Ende eines klassischen HiFi-Herstellers: Onkyo Home Entertainment ist insolvent

Smartphones und Streaming-Dienste haben das Aus der japanischen Audio-Spezialisten eingeleitet. Der Markenname soll aber weiterleben unter Sharp und Voxx.

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Onkyo TX-8390 Network Stereo Receiver

Onkyo TX-8390 Network Stereo Receiver

(Bild: Onkyo)

Von
  • Frank Schräer

Onkyo Home Entertainment hat am Bezirksgericht im japanischen Osaka Insolvenz angemeldet. Damit endet der Leidensweg eines für seine vielfach hochgelobten HiFi-Verstärker, CD-Spieler und AV-Receiver bekannten Herstellers. Der Markt hat sich von klassischen Audio-Geräten – Onkyos Kerngeschäft – zu mobilen Geräten und Streaming-Diensten verlagert. Das Unternehmen konnte nicht folgen und verzeichnete stetigen Umsatzrückgang.

Die Verbindlichkeiten Onkyos belaufen sich auf 3,1 Milliarden Yen (umgerechnet rund 23 Millionen Euro), berichtet Nikkei Asia. Anfang 2021 stimmten die Aktionäre noch der Gewährung von Aktienoptionen an einen Investmentfonds auf den Kaimaninseln zu, um bis zu 6,2 Milliarden Yen (ca. 46 Millionen Euro) an frischem Eigenkapital zu beschaffen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres der Gesellschaft im März 2022 wurden jedoch nicht alle Aktienoptionen ausgeübt. Daraufhin wurde Onkyo von der Tokioter Börse genommen.

Zwei Tochterfirmen Onkyos, die für die Fertigung von Audio-Geräten wie Lautsprechern für andere Marken und den Vertrieb von HiFi-Produkten zuständig waren, haben im März bereits Konkurs angemeldet. Seitdem hat Onkyo seinen Geschäftsbetrieb praktisch eingestellt und sich auf die Organisation seiner bereits verkauften Tochterunternehmen beschränkt. Nach Angaben eines Sprechers "haben sie versucht, das Geschäft in kleinerem Umfang aufrechtzuerhalten, konnten jedoch nicht verhindern, dass sich die Liquiditätsprobleme verschlimmerten."

Onkyo wurde 1946 gegründet und wurde in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts im Rahmen des Audio-Booms zu einer allgemein bekannten Marke, insbesondere für HiFi-Verstärker und AV-Receiver für das Heimkino, aber auch für Plattenspieler und Lautsprecher. Bereits letztes Jahr haben Voxx International und Sharp Onkyos audiovisuelles Kerngeschäft für Heimgeräte übernommen. Zu der in Florida beheimateten Voxx International Corporation gehörten schon die Marken Klipsch, Acoustic Research (AR), RCA, Magnat, Heco und Jamo.

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Auch den Geschäftsbereich mit Kopfhörern hat Onkyo im September letzten Jahres abgestoßen – an einen Investmentfonds. Das Joint-Venture aus Sharp und Voxx will die Marke allerdings fortführen und weiter Produkte unter dem Namen Onkyo entwickeln. Onkyo selbst aber ist am Ende. Das Unternehmen erklärte: "Wir haben alle möglichen Wege erkundet [, um das Geschäft fortzusetzen], konnten unsere Schulden aber nicht bezahlen".

(fds)