Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als Standard bei Facebook-Software erst 2023

Zum Schutz der Kinder will man bei Meta, ehemals Facebook, alles richtig machen. Dafür verzögert sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung etwa in Instagram & Co.

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Aufmacherbild Verschlüsselung FB Messenger

(Bild: wk1003mike/Shutterstock.com)

Von
  • Dirk Knop

Meta, ehemals Facebook, hat zwar volle Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im WhatsApp-Messenger eingeführt. Andere Produkte wie der Facebook-Messenger oder Instagram-Nachrichten haben derzeit noch teilweise oder gänzlich ohne so einen Privatsphärenschutz auszukommen.

Dies soll sich ändern. Doch es wird bis dahin noch etwas mehr Zeit als erwartet vergehen – die Chefin der Sicherheitsabteilung von Meta, Antigone Davis, hat nun das Jahr 2023 für die standardmäßig aktivierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Nutzer angedeutet.

Der Facebook-Messenger hat schon in einigen Teilbereich einschaltbare Verschlüsselung erhalten; es bleiben aber einige Bereiche derzeit noch unverschlüsselt, etwa bestehende Gruppenchats. Instagram-Nachrichten sollen in Zukunft ebenfalls optional Ende-zu-Ende-verschlüsselt werden können.

Schon in der Vergangenheit wiesen Facebook-Manager darauf hin, dass Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf unverschlüsselte Nachrichten begehren. Davis' Gastbeitrag beim britischen The Telegraph zufolge fänden weiterhin Diskussionen statt, wie man Strafverfolger auch ohne Zugriff auf Nachrichten unterstützen könne – beispielsweise bei Fällen von Kindesmissbrauch. Dazu arbeite man mit externen Datenschutz- und Sicherheitsexperten zusammen. Man habe dazu ein Konzept ersonnen, das das Verhindern und Aufdecken von Straftaten trotz verschlüsselter Inhalte ermögliche.

Ein dreistufiger Ansatz solle Schäden im Vorfeld verhindern, den Nutzern mehr Kontrolle verschaffen und eine schnelle Reaktion sicherstellen, falls doch etwas passiere. Zum einen soll proaktive Erkennungstechnologie nach verdächtigen Aktivitätsmustern Ausschau halten. Zum anderen sollen Nutzer mehr Möglichkeiten erhalten auszuwählen, mit wem sie reden möchten. Und die dritte Säule stellen Nutzermeldungen von "schädlichen" Nachrichten dar.

Davis betont, dass sich das Unternehmen Zeit nehme, dies richtig umzusetzen. Die weltweite Einführung der standardmäßigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Nachrichtendienste werde nicht vor dem Jahr 2023 abgeschlossen.

(dmk)