Erdgas: Gaspreis so tief wie seit Ende Juli nicht mehr

In der Energiekrise hat sich die Lage auf dem Erdgas-Markt etwas entspannt. Die Erdgas-Preise sind allerdings immer noch auf einem historisch hohen Niveau.

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Das deutsche Fernleitungsnetz und wie es in die europäische Infrastruktur eingebunden ist.

(Bild: ENTSOG, BMWK)

Der Preis für Erdgas ist am Handelspunkt Title Transfer Facility (TTF) für niederländisches Erdgas am Montag auf 173 Euro pro MWh gesunken. Das Preisniveau war damit so niedrig wie seit Ende Juli dieses Jahres nicht mehr. Die TTF-Terminkontrakte gelten als eine Orientierung für das Preisniveau für Erdgas in Europa.

Am Freitag hatte der TTF-Preis je MWh noch bei 185 Euro gelegen, den Höchststand in diesem Jahr erreichte er am 26. August mit 346 Euro. Allerdings liegt der Gaspreis immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Vor einem Jahr lag er bei 40 Euro.

Die leichte Entspannung auf dem Gasmarkt wird darauf zurückgeführt, dass die Länder Europas offenbar Ersatz für das ausbleibende russische Gas gefunden haben, um ihre Speicher aufzufüllen. Für die EU insgesamt wies der Branchenverband Gas Infrastructure Europe (GIE) zum Montag einen Füllstand von 87,4 Prozent aus, für Deutschland 91 Prozent. Probleme an den deutsch-russischen Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 etwa, die aktuell auftreten, fallen dadurch weniger ins Gewicht.

Wegen der ausbleibenden Lieferungen aus Russland müssen die Importeure Ersatz zu historisch wesentlich höheren Preisen beschaffen. Um diese Kosten für die Unternehmen und deren mögliche negative Konsequenzen für die Gesamtwirtschaft abzufedern, hatte der Bundestag im vergangenen Sommer das Energiesicherungsgesetz geändert. Auf dessen Grundlage übernimmt der Bund den Gasversorger Uniper.

Das Gesetz sieht auch die Gasumlage vor, über die die Beschaffungsmehrkosten ursprünglich an die Kunden weitergereicht werden sollten. In den jüngsten Tagen deutete sich aber an, dass sie doch nicht wie geplant zum 1. Oktober eingeführt wird. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es am Montag laut dpa, eine "geordnete Ablösung" der Gasumlage sei sinnvoll. Wichtig sei dabei aber eine alternative Finanzierung, um die Stabilisierung der Gasmärkte sicherzustellen. Darüber werde in der Regierung und in der Koalition gesprochen.

(anw)