Entwicklungsumgebung: Eclipse 2020-12 mit zahlreichen Erweiterungen

Das aktuelle Quartalsrelease von Eclipse bietet zahlreiche neue Java-Code-Aufräumfunktionen und eine C/C++-IDE speziell für ARM und RISC-V.

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Entwicklungsumgebung Eclipse in neuer Version 2020-09
Von
  • Holger Voormann

Die quelloffene Desktop-IDE Eclipse ist in Version 2020-12 erschienen. Sie liegt in 14 erweiterbaren IDE-Paketen für unterschiedliche Einsatzzwecke und Programmiersprachen vor. Eine Java-Installation ist keine zwingende Voraussetzung, zumindest nicht beim Verwenden des Eclipse Installers oder beim direkten Installieren eines der populären IDE-Pakete für Java, für Enterprise Java, für C/C++, für Web und JavaScript, sowie für Rust. Auch die neue "Eclipse IDE for Embedded C/C++ Developers" zum Schreiben von C/C++-Code speziell für ARM und RISC-V Prozessoren enthält die zum Ausführen notwendige Java-Laufzeitumgebung.

Die 14 IDE-Pakete stehen jeweils für Windows, Linux und macOS parat. In Linux unterstützt Eclipse nun zusätzlich zu x86- auch 64-bit ARM-Prozessoren. Damit lässt sich die IDE beispielsweise auf einem Raspberry Pi 3 oder 4 nativ ausführen, ohne bremsenden x86-Emulator. Die neue Eclipse-Version enthält Anpassungen und Korrekturen für macOS 11 alias Big Sur. Apples neuer eigener ARM-Prozessor M1 wird allerdings noch nicht nativ unterstützt.

Die Unterstützung für Java 15, die in der vorigen Eclipse-Version noch nachinstalliert werden musste, ist nun fest eingebaut. Auch Code Coverage, zur Erfassung der Testabdeckung, funktioniert nun mittlerweile mit Java 15. Textblöcke, mehrzeilige Zeichenketten, die in Java 14 noch Vorschau-Feature waren, sind nun final und lassen sich produktiv nutzen. Die beiden Preview-Features "Pattern Matching for instanceof" und "Records" blieben im Vergleich zu Java 14 gleich beziehungsweise syntaktisch unverändert. Neu sind einzig die "Sealed Classes". Sie erlauben nur bestimmten Klassen, dass sie von ihnen erben, was bei Schnittstellen nützlich sein kann. In Eclipse lassen sich Textblöcke per Tastaturkürzel und Records per Dialog erstellen. Fehlt bei einer Klasse, die eine versiegelte Klasse erweitert, "sealed", "non-sealed" beziehungsweise "final", so lässt sich dies per Quick Fix (Strg+1) korrigieren.

Die Codevervollständigung verhält sich in zweierlei Hinsicht anders. Zum einen wird standardmäßig Vorhandenes überschrieben. Um das zu verhindern, muss die Strg-Taste gedrückt werden, statt umgekehrt. Zum anderen fügt die IDE anstelle der Parameternamen gleich das am besten Passende als Parameter ein. In Eclipse 2020-12 gibt es 27 neue Funktionen zum Aufräumen von Java-Quellcode, die allesamt aus dem AutoRefactor-Plug-in stammen. Aufräumfunktionen lassen sich manuell auf Projekte, Pakete oder Dateien anwenden oder als Save Actions automatisch beim Speichern einer Datei ausführen. Die neuen Funktionen löschen unnötigen oder duplizierten Code, nutzen neue Sprachfeatures, halten einen vorgegebenen Stil ein oder optimieren den Code hinsichtlich Geschwindigkeit und Speicherverbrauch.

Zu den bestehenden hellen (Light) und dunklen (Dark) Modi ist eine neue Oberfläche namens "System" hinzugekommen. Das System Theme übernimmt Farben und Aussehen vom Betriebssystem. Aktivieren lässt sich es sich in den Einstellungen in General | Appearance. Den hellen Modus in macOS hat das Eclipse-Team zudem überarbeitet: Symbolleisten, Statusleiste und Hintergründe erstrahlen nun in Weiß statt in Grau.

Während der Entwicklung des Release Eclipse 2020-12 verstarb unerwartet Daniel Megert, Eclipse-Entwickler der ersten Stunde. Schon bevor Eclipse 2001 Open Source wurde, war er in Zürich in der Schweiz im ursprünglichen Team von Object Technology International aktiv. Daniel Megert leitete zuletzt die Projekte Eclipse-Plattform und Java Development Tools (JDT).

Mehr Details und die jeweiligen Neuerungen der an der Ausgabe beteiligten Eclipse-Projekte sind auf der Webseite zum 2020-12 Release zu finden. Die neuen Eclipse-IDE-Pakete lassen sich via Eclipse Installer installieren oder als ZIP-Datei herunterladen. Die Aktualisierung einer bestehenden Eclipse-IDE lässt via Help | Check for Updates anstoßen (bei etwas älteren Versionen ist dazu die "Latest Eclipse Release" Update Site zu aktivieren).

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