Entwicklungsumgebung: IntelliJ IDEA 2020.2 warnt frühzeitig vor Fehlern

Die vor allem auf Java-Entwickler ausgelegte IDE hat unter anderem neue Fenster und Widgets zum Anzeigen von Fehlern und Warnungen.

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JetBrains setzt die Aktualisierung seiner Entwicklungsumgebungen fort: Nach WebStorm ist nun das Flaggschiff IntelliJ IDEA in Version 2020.2 erschienen. Viele Neuerungen sollen bei der Fehlersuche helfen beziehungsweise Probleme frühzeitig anzeigen. Darüber hinaus gibt es für die Versionsverwaltung einige Ergänzungen zum Zusammenspiel mit Git und GitHub.

Hinsichtlich der Java-Anbindung greift das Werkzeug ein wenig voraus und soll bereits auf alle Sprachfeatures für das im September erwartete Java 15 vorbereitet sein, darunter Sealed Classes (JEP 360), Records (JEP 384) und Textblöcke (JEP 378).

Bei Enterprise-Java zielt die IDE auf das ebenfalls für September angekündigte Jakarta EE 9, allerdings nur in der kommerziellen Ultimate-Variante von IntelliJ IDEA. Der Projektassistent erstellt wahlweise Java-EE-8- oder Jakarta-EE-9-Projekte. Für letztere kennt er CDI, JPA, Batch, Bean-Validierung, JSF, JAX-RS, WebSocket, Servlets, JSP, JSON-P, JSON-B, Security sowie die EJB- und JTA-Spezifikationen.

Das neue Problems Tool Window listet die Fehler und Warnungen für die im Editor geöffnete Datei mit zugehörigen Beschreibungen auf. Ein Rechtsklick auf der Maus springt zu der jeweiligen Zeile, und mit Alt | Return lassen sich die Probleme nacheinander beheben. Ebenfalls neu ist das Inspection Widget, das die Zahl der Fehler beziehungsweise Warnungen in der aktuellen Datei anzeigt und die Navigation über die gefundenen Probleme mittels F2 erlaubt.

Das neue Inspection Widget zeigt wahlweise alle Probleme oder nur die Fehler an.

(Bild: JetBrians)

Für die Java-Entwicklung existieren zudem neue Inlay Hints, die auf Fehler hinweisen, die sich in anderen Dateien durch Codeänderungen an der aktuellen Klasse ergeben. Ein Klick auf den Inlay Hint öffnet ein Find Tool Window, das alle relevanten Warnungen und Fehler zeigt, die sich durch die Änderungen von Methoden, Signaturen oder Feldern ergeben.

Wer den Sourcecode auf GitHub verwaltet, findet im 2020.2-Release eine erweiterte Unterstützung für Pull Requests. Wie das jüngste WebStorm-Release kann IntelliJ IDEA nun die Liste der Pull Requests in einem separaten Fenster anzeigen. Mit entsprechenden Berechtigungen lassen sich die einzelnen Änderungsvorschläge direkt aus der IDE heraus mergen oder Team-Mitgliedern zuweisen.

Auch für das Zusammenspiel mit dem Versionskontrollsystem Git, das frisch in Version 2.28 erschienen ist, hat das IntelliJ-IDEA-Team die Dialoge überarbeitet. Die Anzeigen für Merge, Pull und Rebase weisen ein einheitliches Erscheinungsbild auf, und die Dialoge zeigen an, welche Git-Befehle ausgeführt werden. Der Merge-Dialog bietet zudem neuerdings den Parameter --no-verify[code] und der Pull-Dialog [code]--rebase.

Die Git-Dialoge sind in Version 2020.2 einheitlich gestaltet und bieten zusätzliche Parameter.

(Bild: JetBrains)

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Neuerungen, die auf eine komfortablere Bedienung zielen. So lassen sich IDE-Funktionen neuerdings direkt aus dem Terminal Window heraus ausführen. Das Fenster hebt entsprechende Befehle farblich hervor, und Strg | Return beziehungsweise Cmd | Return führen den Befehl aus. Die zusätzlich gedrückte Umschalt-Taste dient für das Ausführen im Debug-Modus.

Für die Intentions und Quick Fixes zum automatischen Ändern von Code bietet IntelliJ IDEA nun eine Vorschau der durchzuführenden Anpassungen an. Außerdem hat das Team die Rechtschreibprüfung überarbeitet, die jetzt irrelevante Vorschläge herausfiltert und schneller arbeiten soll. Außerdem versucht die IDE die Sprache aus den ersten Absätzen einer Datei zu erkennen.

Der Editor gibt neuerdings eine Vorschau für mit Intentions und Quick Fixes durchzuführende Änderungen.

(Bild: JetBrains)

Weitere Neuerungen in IntelliJ IDEA 2020.2 finden sich im JetBrains-Blog und auf der What's-New-Seite. Die Entwicklungsumgebung ist sowohl in einer freien Community Edition, die auf die JVM- und Android-Entwicklung ausgelegt ist als auch in einer kommerziellen Ultimate-Variante verfügbar. JetBrains bietet alle IDEs in einem Abomodell an, bei dem der Preis innerhalb der ersten drei Jahre sinkt. IntelliJ IDEA kostet im ersten Jahr für Einzelentwickler 149 Euro und für Firmen 499 Euro pro Entwicklerplatz. Ab dem dritten Jahr liegt der jährliche Preis bei 89 Euro beziehungsweise 299 Euro pro Nutzer.

(rme)