Entwicklungsumgebung: IntelliJ IDEA 2021.2 bindet Eclipse-Projekte ein

Die IDE erweitert zudem die Aktionen beim Speichern und die Analyse für Java-Projekte. RubyMine und DataGrip sind ebenfalls in Version 2021.2 erschienen.

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  • Rainald Menge-Sonnentag

JetBrains hat nach WebStorm nun auch seine Flaggschiff-Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA in Version 2021.2 veröffentlicht. Zu den Neuerungen gehört in der kommerziellen Variante eine projektweite Analyse für Java-Projekte. Außerdem erweitert die IDE die Aktionen beim Speichern, die Diagrammansicht und die Markdown-Einbindung. Parallel sind die 2021.2-Versionen der Ruby-Entwicklungsumgebung RubyMine und der Datenbank-IDE DataGrip erschienen.

IntelliJ IDEA 2021.2 bringt eine projektweite Analyse mit, die allerdings der Ultimate-Variante vorbehalten ist und ausschließlich mit Java-Projekten funktioniert. Ein neues Symbol im Toolfenster Problems aktiviert die Überprüfung, die anschließend bei jeder Codeänderung greift. Damit soll die IDE vor dem Kompilieren Fehler und andere Probleme aufdecken, die durch eine lokale Analyse der einzelnen Dateien nicht erkennbar wären. Die umfassende Analyse lässt sich wohl aufgrund des Overheads laut Blogbeitrag nur für kleine und mittlere Projekte nutzen.

Die neue Verwaltungsoberfläche für die Maven- und Gradle-Dependencies ist auch in der kostenlosen Community-Edition enthalten. Unter dem Namen Package Search hilft sie bei der Verwaltung bestehender und der Suche nach neuen Dependencies. Sie zeigt unter anderem an, wenn Updates für eingebundene Pakete verfügbar sind. Neben Maven und Gradle kann Package Search im Zusammenspiel mit dem Scala-Plug-in für IntelliJ IDEA, das ebenfalls frisch in Version 2021.2 erschienen ist, Projekte für das Scala-Build-Tool sbt verwalten.

Wie das frische WebStorm 2021.2 führt auch das aktuelle IntelliJ IDEA die Aktionen, die es beim Speichern des Projekts durchführt, zentral unter Preferences/Settings | Tools | Actions on Save zusammen. Die Ansicht bringt gleichzeitig neue Funktionen wie das Optimieren der Importe und das Reformatieren des Codes mit.

Wer mit Diagrammen arbeitet, findet nun eine Strukturansicht, die jeweils eine Vorschau des ausgewählten Blocks inklusive seiner Nachbarn anzeigt. Entwicklerinnen und Entwickler können in dieser Ansicht das Layout anpassen, Inhalte skalieren und verschieben sowie den Überblick als Bilddatei speichern.

Die Strukturansicht soll eine verbesserte Übersicht über Diagramme geben.

(Bild: JetBrains)

Für die Markdown-Anbindung behebt das aktuelle Release wohl Probleme mit der Listenformatierung und Reformatierungen. Außerdem lassen sich Markdown-Dateien in HTML, Word und PDF umwandeln. Schließlich können Entwicklerinnen und Entwickler per Drag-and-Drop Bilder einfügen.

Der Begrüßungsbildschirm zeigt neuerdings Eclipse-Projekte an, wenn die Option Open existing Eclipse projects aktiviert ist. Außerdem lassen sich Toolfenster nun per Drag-and-Drop anordnen und die IDE bereinigt automatisch veraltete Cache- und Log-Verzeichnisse.

Wer JavaFX-Projekte erstellt, findet einen neuen Projektassistenten zur Auswahl der Programmiersprache (Java, Kotlin oder Groovy), des Build-Systems (Maven oder Gradle) und des Test-Frameworks (JUnit oder TestNG) sowie zum Einbinden von Libraries. Unter Preferences/Settings | Editor | Color Scheme findet sich zudem eine Einstellung, um für den Zugriff (private, package-private, protected, public) auf Klassen, Methoden und Feldern jeweils individuelle Farben anzugeben.

Seit Version 2020.3 setzt IntellIJ IDEA auf Machine Learning für die Autovervollständigung – anfangs jedoch ausschließlich für Java-Code. Das aktuelle Release bietet die ML-gestützte Code-Completion nun ebenso für Kotlin wie für JavaScript und TypeScript. Die in Version 2021.1 eingeführte Anbindung an WSL 2 (Windows-Subsystem für Linux) war ebenfalls bisher auf Java-Programme beschränkt und ist nun für Kotlin verfügbar.

Das ebenfalls aktualisierte RubyMine erweitert das Zusammenspiel mit der in Ruby 3 eingeführten Syntax für Strukturinformanten beziehungsweise Typsignaturen RBS. Für rbs-Dateien bietet die IDE neuerdings Autovervollständigung, Codenavigation und Rename Refactorings. Außerdem analysiert sie .rb- und .rbs-Dateien übergreifend, um potenzielle Fehler aufzuspüren.

RubyMine erkennt anhand der RBS-Datei, dass der Klasse die aufgerufene Methode fehlt.

(Bild: JetBrains)

Auch RubyMine hat nun eine zentrale Anlaufstelle für die Aktionen, die die IDE beim Speichern des Projekts ausführt. Wie WebStorm aktualisiert RubyMine neuerdings die Ansicht im Browser bei Codeänderungen automatisch. Die neue Funktion Local History bietet einen von der Versionsverwaltung unabhängigen Überblick über Änderungen am Projekt.

Die Datenbank-IDE DataGrip kann neuerdings DDL-Datenquellen (Data Definition Language, Datendefinitionssprache) basierend auf realen Datenquellen lokal generieren und bei Änderungen aktualisieren.

Lokale DDL-Datenquellen lassen sich direkt aus der IDE erstellen.

(Bild: JetBrains)

Bei den Diagrammen gibt es ebenfalls einige Neuigkeiten: Sie zeigen nun die Tabellenkommentare und -farben an. Außerdem lässt sich der Scope für die Autovervollständigung anpassen, sodass er wahlweise alle Schemata, den aktuellen Suchpfad oder nur den aktuellen Bereich umfasst.

Weitere Informationen zu den 2021.2-Releases lassen sich den Blogbeiträgen zu IntelliJ IDEA, RubyMine und DataGrip entnehmen. Nur für erstere IDE existiert eine kostenlose Community-Variante. Die anderen beiden sind im Abo erhältlich, das jeweils für die persönliche Nutzung im ersten Jahr 89 Euro und ab dem dritten Jahr 53 Euro kostet. Die Ultimate-Variante von IntelliJ IDEA schlägt mit 149 Euro im ersten und 89 Euro ab dem dritten Jahr zu Buche. Das All Products Pack mit allen JetBrains-IDEs kostet für die persönliche Nutzung im ersten Jahr 249 Euro und ab dem dritten 149 Euro.

(rme)