Entwicklungsumgebung: NetBeans 12.5 behebt Probleme mit Gradle und Maven

Das Update liefert vor allem Bugfixes und Verbesserungen für Java und die Build-Tools sowie ein Upgrade auf die LTS-Version 20.3 von GraalVM JavaScript.

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(Bild: Natalia Hanin / Shutterstock.com)

Von
  • Matthias Parbel

Das unter dem Dach der Apache Software Foundation (ASF) angesiedelte NetBeans-Team hat Version 12.5 der gleichnamigen Entwicklungsumgebung veröffentlicht. Für das Update wurden knapp 130 Pull Requests abgearbeitet, die zahlreiche Fehlerbereinigungen und Verbesserungen rund um Java sowie die Build-Tools Gradle und Maven betreffen.

Das kürzlich offiziell freigegebene Java 17 LTS lässt sich in NetBeans zwar verwenden, die Einbindung ist aber noch experimentell – für den Produktiveinsatz gelten weiterhin Java 8 und 11 als die bevorzugten LTS-Versionen. Darüber hinaus bietet NetBeans 12.5 aber ein paar konkrete Verbesserungen: Für das Prüfen valider Werte Regulärer Ausdrücke steht beispielsweise ein neues Fenster mit entsprechenden Hinweisen bereit. Der LSP-Server (Language Server Protocol) wurde um deklarative Java-Tipps erweitert und anstelle von .java-Dateien werden nun .class-Dateien bevorzugt ausgeführt, wenn die betreffende Klasse bereits existiert.

Bei der Arbeit mit dem Build-Tool Maven können Entwicklerinnen und Entwickler nun auch Projekte in einem https-Namespace handhaben. Behoben wurde zudem ein Problem mit der Maven Web Application, das in Verbindung mit den Payara Micro Maven Tools dazu führen konnte, dass bereinigte oder neu angelegte Projekte doppelt bereitgestellt wurden.

Updates des Gradle LSP erlauben es nun, Konfigurationen direkt im Build-Tool vorzunehmen, um etwa den --continuous-Modus zu aktivieren. Um andererseits das möglicherweise irritierende Verhalten des Debuggers im --continuous-Mode beherrschbar zu machen, lassen sich mit den Gradle Action Providers nun bestimmte Aktionen abschalten. So lässt sich gegebenenfalls verhindern, dass der Debugger jedes Mal nach dem Sichern beliebiger Projektdateien die Applikation neu startet.

NetBeans: Vom Studentenprojekt zur Apache Software Foundation

(Bild: Apache Software Foundation)

Die Entwicklungsumgebung NetBeans blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und hat ihre Wurzeln ebenso wie einer der größten Wettbewerber IntelliJ IDEA in der tschechischen Republik. Dort entwickelten Studenten 1996 mit dem Projekt Xelfi die Grundlage für die Gründung der Firma NetBeans. 1999 übernahm Java-Mutter Sun Microsystems das Unternehmen.

Schließlich landete die Entwicklungsumgebung mit der Übernahme Suns durch Oracle beim Datenbankhersteller, der es 2016 an die Apache Software Foundation übergeben hat. Dort durchlief es dann zunächst die als Inkubator bezeichnete Bewährungsphase, die es im April 2019, kurz nach dem Release von NetBeans 11.0 erfolgreich verlassen hat.

Trotz namhafter Wettbewerber wie IntelliJ IDEA und der Eclipse IDE hat NetBeans eine treue Nutzerschaft. Einer der prominentesten Vertreter dürfte Java-Vater James Gosling sein, der das aktuelle Release auf Twitter begrüßt hat.

Der Support für das Entwicklerinnen und Entwicklern seit NetBeans 12.4 zur Verfügung stehende JVM-Framework Micronaut wurde ebenfalls ausgebaut. Ab sofort lässt sich unter anderem Micronauts automatische Neustartfunktion mn:run für Maven-Builds nutzen und mit dem Framework können nun auch Projekte für JDK 16 angelegt werden.

Einen Überblick aller weiteren wichtigen Neuerungen in NetBeans 12.5 liefert der Beitrag auf dem offiziellen Apache-NetBeans-Blog. Eine komplette Übersicht findet sich im GitHub-Repo des Projekts, das im laufenden Jahr auf ein neues LTS-Release verzichtet. Bis laut aktueller Roadmap voraussichtlich im Februar 2022 NetBeans 13 mit Long-Term-Support erscheinen wird, bleibt Version 12 das offizielle LTS-Release.

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