Entwicklungsumgebung: Qt Creator 4.15 führt neue Refactorings für C++ ein

Neben einigen Ergänzungen für C++ bringt die IDE eine globale Suche nach Dateien mit. Das Release ist die letzte 4.x-Version vor der Umstellung auf SemVer.

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Die Qt Company hat mit Qt Creator 4.15 die letzte 4.x-Version der Entwicklungsumgebung veröffentlicht. Zu den Neuerungen gehören ein Locator-Filter zum globalen Öffnen von Dateien und einige neue Hilfsfunktionen für das Schreiben von C++-Code. Außerdem gibt es einige Ergänzungen für den LSP-Client (Language Server Protocol) zum Anbinden anderer Programmiersprachen.

Im Zusammenspiel mit der Qt Modeling Language (QML) kann die IDE neuerdings Inline-Komponenten verarbeiten. Das in Qt 5.15 eingeführte Konzept erlaubt das Definieren mehrere QML-Komponenten in einer Datei. Außerdem gehen die in Qt Creator 4.14 gestarteten Anpassungen für Qt 6 weiter.

Der neue Locator-Filter dient zum Auffinden und Öffnen von Dateien auf allen Betriebssystemen. Bisher war die Funktion Entwicklerinnen und Entwicklern auf macOS vorbehalten. Dort setzt Qt Creator auf Spotlight. Für Linux und Windows lassen sich nun passende Kommandozeilenwerkzeuge nutzen. Für ersteres Betriebssystem kommt standardmäßig locate und für letzteres das Tool Everything zum Einsatz.

Unter Tools | Options | Environment | System | Environment findet sich neuerdings die Einstellung für globale Umgebungsvariablen, die auch beim Starten externer Tools aus der IDE heraus gelten. Der Client für das Language Server Protocol nutzt die in Version 3.15 des Protokolls eingeführten Formatierungsoptionen. Außerdem hat das Team das Zusammenspiel mit dem Language-Server für Java verbessert und dessen Konfiguration vereinfacht.

Für C++-Code bietet Qt Creator 4.15 Refactorings zum Erstellen von Getter- und Setter-Methoden sowie für das Generieren eines Konstruktors an. Außerdem lassen sich neuerdings die Ergebnisse der Suche nach Referenzen (Find References to Symbol Under Cursor) nach dem Zugriffstyp filtern.

Einträge in der Ansicht "Type Hierarchy", die für eine Klasse die Hierarchie mit den zugehörigen Basisklassen anzeigt, lassen sich neuerdings direkt im Editor beziehungsweise in einer eigenen Typhierarchie-View anzeigen. Außerdem hebt der Editor beim Navigieren in der Hierarchie die jeweils vorherige Klasse hervor. Neu ist zudem, das Hervorheben der Klammern bei Ausdrücken, die den ternären Operator ? verwenden.

Heise-Konferenz zu Qt 6

Am 23. Juni findet die betterCode() Qt 2021 statt, eine Online-Konferenz zu Qt 6. Im Fokus stehen zum einen die Neuerungen der Hauptversionen und zum anderen der mitunter steile Migrationspfad. Die Vorträge sollen unter anderem bei der Entscheidung helfen, wie und wann eine Migration von Qt-5-Projekten auf die neue Hauptversion sinnvoll ist.

Die Keynote hält der Chief Maintainer des Qt-Projekts und CTO der Qt Company Lars Knoll. Er wird über die Ziele bei der Entwicklung von Qt 6 berichten und einen Ausblick auf die Releases ab Qt 6.2 geben.

Beim Debuggen kann Qt Creator 4.15 einfache Werte von Variablen als Textannotationen anzeigen. Außerdem können Entwicklerinnen und Entwickler ausgewählte Elemente in der Stack-Ansicht kopieren.

Im Rahmen der Roadmap für das Jahr 2021 hat die Qt Company bereits angekündigt, dass nach Version 4.15 im August Qt Creator 5.0 folgen soll. Das Release soll vor allem auf das Zusammenspiel mit Qt 6.2 ausgelegt sein, das für September im Fahrplan steht. Derweil steht noch das fertige Release von Qt 6.1 an, das Anfang März als Beta erschienen ist.

Dieses Jahr ändert sich die Zählweise für die Versionen von Qt Creator, und die Entwicklungsumgebung geht im Vergleich zur jetzigen Versionierung mit Siebenmeilenstiefeln voran: Während die 4-er-Reihe inzwischen fünf Jahre zählt, ist bereits für Winter Qt Creator 6 geplant. Hintergrund ist, dass die Qt Company künftig auf Semantic Versioning (SemVer) für die IDE setzt.

Weitere Details zu Qt Creator 4.15 lassen sich dem Qt-Blog entnehmen. Die vollständige Liste der Neuerungen findet sich im zugehörigen Change-Log. Die Open-Source-Variante der Entwicklungsumgebung steht auf der Download-Seite bereit. Kommerzielle Kunden finden die jüngste Version auf ihrer Account-Seite.

(rme)