Entwicklungsumgebung: RStudio überrascht mit großem Update zur Version 1.4

Neue Grafik-Engine, bessere Unterstützung für Apple Silicon und mehr: Die R-Entwicklungsumgebung RStudio bekommt ein Update

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: kentoh / Shutterstock.com)

Von
  • Robert Lippert

RStudio hat seine gleichnamige Entwicklungsumgebung für die Programmiersprache R in der Version 1.4.1717 vorgestellt. Das "Juliet Rose" getaufte Release erweitert die 1.4-Reihe um etliche Neuerungen wie eine Grafik-Engine mit Unterstützung für Gradienten und Masken, Kompatibilität zu Apples neuen M1-Chips und weiteren technischen Verbesserungen für Entwickler. Dabei gelten jedoch Einschränkungen, wie der Hersteller einräumt.

Die Entwickler der IDE haben seit Februar genug Korrekturen und neue Features vorbereitet, dass es jetzt für ein Major Update von RStudio 1.4 reicht. Die Neuerungen umfassen den R-Kern und den Python-Support ebenso wie die RStudio Workbench, die bereits aus der Beta bekannte Unterstützung für VS-Code-Projekte, Änderungen an der Open-Source-Version des RStudio Servers, dem visuellen Editor und dem Job Launcher.

Eine ganze Reihe kleinerer Erweiterungen und über 40 Fehlerbehebungen runden die Veröffentlichung von Juliet Rose ab. Bei aller Begeisterung für neue Features sind Nutzer der IDE jedoch gut beraten, einen genauen Blick auf das Update zu werfen, auch wenn sie für manche Einsatzzwecke nicht um einen Wechsel auf die neue Version herumkommen.

Unproblematisch sei zunächst die Unterstützung für die neuen, nativen arm64-Builds der Programmiersprache R, für die RStudio die Prozessorleistung von Apples neuen M1-Chips ausreizen kann. Davon profitieren derzeit jedoch nur diejenigen Komponenten der IDE, die nativ mit R interagieren. Das Frontend wird nach wie vor über Rosetta2 übersetzt – RStudio plant eine vollständig native Version seiner Entwicklungsumgebung mit einem der kommenden Updates.

Folgenreicher kann die Verwendung der neuen Grafik-Engine aus R 4.1 sein. Die bietet zwar eine Reihe neuer Funktionen, wie eine Unterstützung für Gradienten und Masken, sie ist jedoch nicht mehr zu früheren Versionen der IDE kompatibel. Für Entwicklerinnen und Entwickler bedeutet das: Wer die neue Engine nutzen möchte, oder auch grundsätzlich die neueste Version der Programmiersprache R benötigt, die entsprechend die neue Grafik-Engine nutzt, kommt um ein Update auf RStudio 1.4.1717 nicht herum.

In den meisten Fällen profitieren Anwender damit zunächst von diversen Fehlerbehebungen und Ergänzungen. Im Zusammenspiel mit R stehen also Features wie der neue Pipe-Operator zur Verfügung, Python-Developer profitieren unter Windows von einem besseren Umgang mit Unicode und ganz allgemein können sich Anwender im "Environment"-Tab der IDE jetzt einen Überblick zum Speicherverbrauch ihrer R-Session verschaffen.

Eine umfassende Liste aller Neuerungen in RStudio 1.4.1717 hat der Anbieter in seinen Release Notes erfasst. Die Entwicklungsumgebung steht unter der AGPL v3 quelloffen in einer Desktop- und einer Server-Edition zur Verfügung. Kommerzielle Varianten mit zusätzlichen Angeboten für Unternehmen stellt der Anbieter ebenso bereit.

(rme)