Epic Games weist Apples Klauvorwürfe zurück

Apple habe keinen Anspruch auf die "Früchte unserer Arbeit", so der Fortnite-Macher. Der Streit dreht sich um Apples Provision auf In-App-Käufe.

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(Bild: Epic Games)

Von
  • Leo Becker

Epic Games setzt sich gegen Apples wiederholte Diebstahlvorwürfe zur Wehr: Der iPhone-Konzern habe kein "Anrecht auf die Früchte unserer Arbeit", betonte der Fortnite-Entwickler nun. Bei den in der App getätigten Käufen handele es sich schließlich um Geld, dass Spieler für Fortnite-Inhalte und damit die Arbeit von "Epics Künstlern, Designern und Entwicklern" ausgeben – darauf habe Apple keinerlei Besitzanspruch.

Apple hat Epic im Streit um In-App-Käufe mehrfach Diebstahl vorgeworfen. Die Umgehung von Apples vorgeschriebener Bezahlschnittstelle (In-App Purchase – IAP) sei mit Ladendiebstahl zu vergleichen oder dem Klau von Geld aus einem Tresor auf Apples Firmengelände, so der iPhone-Konzern.

Apple stelle damit die "unglaubliche Behauptung" auf, dass dem Konzern etwas weggenommen wird, wenn ein Entwickler wie Epic eine Direktzahlungsmöglichkeit in seine App integriert, argumentiert der Spiele-Publisher in einer neuen Eingabe im laufenden Rechtsstreit (Epic Games vs. Apple, Aktenzeichen 4:20-cv-05640, US Dictrict Court, Northern District of California) – man habe kein Eigentum von Apple geklaut.

Apple habe keinen generellen Besitzanspruch auf In-App-Käufe, sondern nur einen vertraglich festgelegten, so Epic – man sei "gezwungen gewesen", der Entwicklervereinbarung zuzustimmen. Das ist Voraussetzung für den Vertrieb von Software für iPhone und iPad. Apps lassen sich nur in Apples App Store anbieten, der Verkauf digitaler Inhalte muss in der App über Apples Bezahlschnittstelle erfolgen – dadurch kann der iPhone-Hersteller bis zu 30 Prozent Provision bei jedem Kauf einbehalten.

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Epic schmuggelte im August seine eigene Bezahlschnittstelle in Fortnite über die Nutzer per Kreditkarte direkt bei Epic die Spielewährung erwerben können – parallel zu Apples Bezahlschnittstelle. Apple und Google warfen das Spiel daraufhin aus ihren App-Läden, Apple warf Epic zudem aus dem Entwicklerprogramm. Epic will Apple und Google auf dem Rechtsweg dazu zwingen, alternative Bezahlsysteme für digitale Inhalte in Apps zuzulassen. Mit dem Vertragsbruch wolle man demonstrieren, dass Wettbewerb existieren könne und dass Nutzer und Entwickler davon profitieren würden, schreibt Epic.

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(lbe)