Epic-Prozess und EU-Kartellvorwürfe belasten Apple-Aktie

Diese Woche ging es für Apples Anteilsscheine teilweise um fünf Prozent und mehr nach unten. Anleger fürchten Angriffe auf das lukrative Geschäft.

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Apple-Logo mit Fahrrad.

(Bild: Alisina Elyasi / Unsplash)

Von
  • Ben Schwan

Apple-Aktionäre haben eine harte erste Wochenhälfte hinter sich. Nach Beginn des Verfahrens zwischen dem iPhone-Riesen und dem Gaming-Konzern Epic Games am Montag hat die Wall Street offenbar Bedenken entwickelt, ob sich Teile von Apples lukrativem Geschäftsmodell halten lassen. Enorme Margen wie im App Store – sie sollen nach Schätzungen bei bis zu 80 Prozent liegen – könnten durch Regulierungsbehörden, Kartellwächter oder Klagen wie die von Epic zurechtgestutzt werden, fürchtet mancher Analyst.

So ging es um teilweise mehr als fünf Prozent für die Apple-Anteilsscheine nach unten – in einem insgesamt rauen Markt. Am Mittwoch gab es dann wieder ein kleines Plus von 0,2 Prozent. Am Montag waren die Papiere bei 132,04 US-Dollar in den Handel gegangen, gestern zum Handelsschluss lagen sie – nach großem Auf und Ab – bei 128,10 Dollar. Apples Unternehmenswert liegt aktuell bei 2,22 Billionen Dollar. Das Jahresprognoseziel für die Aktien liegt dem Analystenkonsens zufolge immer noch bei 160,50 Dollar.

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Der kurzfristige Apple-Aktien-Absturz ist durch die jüngsten Quartalszahlen des Konzerns eigentlich nicht gedeckt. Diese waren erneut hervorragend.. So lag der Umsatz 12 Milliarden Dollar über den Analystenschätzungen bei einem Rekordwert von 89,6 Milliarden für ein erstes Quartal. Auch beim Gewinn gab es ein sattes Plus. Die Börse zeigt jedoch bekanntermaßen zukünftige Erwartungen an – und die könnten bei Apple von zunehmenden Schwierigkeiten mit der Konkurrenz geprägt sein.

Die EU-Kommission hat ihr Prüfverfahren gegen den App Store unterdessen deutlich ausgeweitet. EU-Wettbewerbshüterin Margrethe Vestager, die dem Konzern bereits eine gigantische Steuernachzahlung aufgrund seines Finanzmodells in Irland aufgebrummt hatte, hält den App Store für ein "Monopol". Aktuell untersucht die Kommission, ob Apple den Streamingdienst Spotify übervorteilt hat. Es soll aber künftig auch um andere Kategorien im App Store gehen. Apple lässt aktuell keine anderen App Stores auf seinen Geräten zu – alles muss über den zentralen Dienst laufen, bei dem das Unternehmen 15 bis 30 Prozent Provision nimmt für App-Verkäufe, Abos und In-App-Zahlungen. Apple argumentiert, man könne schon allein deshalb kein Monopol sein, weil das iPhone beim Marktanteil deutlich hinter Android liegt.

Um eine ähnliche Thematik geht es im Kampf gegen Epic Games. Hier will der knapp 30 Milliarden Dollar schwere Spieleriese erreichen, dass Apple seine Bezahlschnittstelle offenlegt, damit er direkt verdienen kann, ohne Provision zahlen zu müssen. Das Verfahren war von langer Hand eingefädelt – Apple sperrte die wichtigste App "Fortnite" aufgrund eines eigenen Bezahlsystems, was Epic Games wiederum die Möglichkeit gab, die Klage anzustrengen. Hauptort sind die USA. Auch in anderen Ländern interessieren sich die Kartellwächter für den App Store.

(bsc)