Epic vs. Apple: Bundeskartellamt will genau hinschauen

Der US-Rechtsstreit um Apples App-Store-Regeln interessiert auch die deutschen Wettbewerbshüter – man werde sich das sehr genau ansehen.

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(Bild: dpa, Oliver Berg)

Von
  • Leo Becker

Der öffentlich ausgetragene Streit mit Epic Games bringt Apple ins Fadenkreuz weiterer Regulierungsbehörden. Die inzwischen in den USA laufende Klage gegen Apples App-Store-Regeln wird auch vom Bundeskartellamt genau beobachtet, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Streitpunkt ist Apples Vorgabe, dass In-App-Käufe ausschließlich über Apples Bezahlschnittstelle erfolgen dürfen – dadurch kann der iPhone-Konzern automatisch bis zu 30 Prozent Provision einbehalten.

Das Kartellamt stehe noch ganz am Anfang, sehe sich das aber sehr genau an, wird Behördenchef Andreas Mundt von Reuters zitiert – die Einleitung einer offiziellen Untersuchung sei prinzipiell denkbar. Apples App Store und Googles Play Store seien ein "interessantes Habitat", weil es weltweit nur diese beiden gebe. Die EU-Kommission hat bereits eine Untersuchung von Apples App-Store-Regeln auf eine Beschwerde von Spotify hin eingeleitet, nationale Wettbewerbsbehörden können aber parallel eine eigene Untersuchung vornehmen.

Epic hatte neben Apples vorgeschriebener Bezahlschnittstelle eine eigene direkte Zahlungsmöglichkeit für In-App-Käufe in Fortnite integriert, das ist im App Store generell verboten, ebenso in Googles Play Store, dort aber nur für Spiele. Fortnite flog daraufhin aus beiden App-Läden, inzwischen hat Apple Epic zudem auch aus dem Entwicklerprogramm geworfen.

Der iPhone-Konzern wollte Epic ursprünglich auch die Möglichkeit zur Weiterentwicklung der eigentlich unbeteiligten Unreal Engine für Apple-Plattformen nehmen, das untersagte ein US-Gericht allerdings. Die beiden Unternehmen werden im September erneut vor Gericht aufeinandertreffen. Epic Games hat sowohl Apple als auch Google verklagt und wirft beiden Konzernen vor, mit einem Monopol für die Bezahlschnittstelle Wettbewerb zu verhindern. Apple habe zudem ein Monopol für den iOS-App-Vertrieb und missbrauche seine Marktmacht.

Apple betonte, der Smartphone-Markt sei sehr umkämpft, man habe viele Konkurrenten. Die Vorschrift zur Verwendung der hauseigenen Bezahlschnittstelle diene der Sicherheit der Kunden und stelle sicher, dass Apple bezahlt wird. Wenn App-Anbieter diese "virtuelle Kasse" umgehen, sei das "das gleiche wie ein Kunde, der Produkte aus einem Apple-Laden klaut". (lbe)