Epic vs. Apple: Fortnite auf dem Mac bekommt keine Updates mehr

Apple habe ihm die Fähigkeit genommen, die macOS-Versionen weiterzuentwickeln, meint Epic. Fortnite: Save the World funktioniert bald nicht mehr.

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(Bild: Epic)

Von
  • Leo Becker

Der Streit zwischen Fortnite-Macher Epic Games und Apple hat erste handfeste Konsequenzen für Mac-Nutzer. Der Survival-Shooter "Fortnite: Save the World" wird sich ab dem 23. September 2020 nicht mehr auf Macs spielen lassen, wie Epic Games mitteilte. Apple habe Epic die Fähigkeit genommen, seine Software für den Mac zu signieren, beklagt der Spielehersteller. Das kommende Update auf Version 14.20 für Fortnite: Save the World sorge für Bugs bei Spielern, die die neue Version nicht installieren können, deshalb werde Epic diese Fortnite-Variante nicht länger auf dem Mac anbieten.

Spieler, die innerhalb des letzten Jahres ein Gründer- oder Starterpaket für Save the World gekauft haben, sollen automatisch bis Anfang Oktober eine Rückerstattung des Kaufpreises erhalten, verspricht Epic. Das Unternehmen werde auch alle Kosten für die Spielewährung V-Bucks zurückerstatten, die unter macOS für Loot-Lamas ausgegeben wurde. Spielfortschritt und Konfiguration bleibe weiterhin auf allen anderen unterstützten Plattformen verfügbar – das sind PlayStation, Xbox und Windows-PCs.

Auch der deutlich populärere Ableger "Fortnite: Battle Royale", um den sich der Streit zwischen Epic und Apple eigentlich dreht, könne wegen Apples Vorgehen keine weiteren Updates für macOS mehr erhalten, erklärt Epic. "Im Moment" lasse sich Version 13.40 aber noch auf Macs spielen.

Die iOS-Version von Fortnite: Battle Royale hat Apple aus dem App Store geworfen. Wer sie zuvor bereit installiert hatte, kann sie derzeit noch weiter auf iOS spielen, ist aber von der neuen "Season 4" des Spiels ausgeschlossen und kann auch nicht mehr gegen Spieler auf anderen Plattformen antreten. Die Nutzungszahlen sind laut Epic deswegen massiv gesunken.

Epic erachtet Apples App-Store-Regeln als wettbewerbswidrig und hat diese mit einem Fortnite-Update für iOS bewusst mit einer heimlich integrierten Funktion verletzt: Parallel zu Apples vorgeschriebener In-App-Bezahlschnittstelle konnten Nutzer dadurch plötzlich V-Bucks direkt bei Epic kaufen. Apple hat die App daraufhin aus dem App Store geworfen, Epic reicht im Gegenzug eine vorbereitete Klage gegen Apple ein. Inzwischen wurde Epic Games auch aus Apples Entwickler-Programm geworfen, ein Tochterunternehmen des Spieleherstellers darf sich vorerst mit einem eigenen Entwickler-Account aber weiter um die Unreal Engine kümmern. Darum wird derzeit aber noch vor Gericht gestritten, Apple will alle Epic-Accounts verbannen, die Unreal Engine sei eine "potentielle Bedrohung". Epic habe sich das mit seiner Regelverletzung selbst eingebrockt, argumentiert der iPhone-Konzern.

Im Unterschied zu iOS müssen Entwickler ihre Mac-Software zwar nicht im Mac App Store anbieten und können sie – so wie Fortnite – direkt zum Download bereitstellen. Längst ist allerdings gängig, dass die Programme dabei mit einem von Apple ausgegeben Entwickler-Zertifikat signiert und durch Apples Notarisierungsdienst geprüft sind, um keine Warnungen des Betriebssystems während der Installation auszulösen. Streicht Apple den Entwickler-Account, kann die Software nicht mehr signiert werden.

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(lbe)