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Erfahrungswerte: Canon EOS 7D in der Praxis

Gehäuse und Sucher

Inhaltsverzeichnis

Verschwunden sind die Schaltknöpfe unter dem rückwärtigen Monitor, die sich gerne von selbst betätigen, wenn man die Kamera am Riemen um den Hals baumeln hat, oder an die man nicht mehr herankommt, wenn sie auf einem größeren, soliden Stativteller montiert ist.

Dem vergrößerten Display auf dem Rücken der EOS 50D fielen die Knöpfchen links zum Opfer und mussten nach unten ausweichen - eine sehr unglückliche Lösung

Das Gehäuse der 7D ist geringfügig kompakter als das der 5D MKII, dabei aber mit 820 g 10 g schwerer als die Vollformatkamera. Zusammen mit dem etwas kantigeren Griff kann das zu der Illusion führen, die 5D MKII wäre samt zugehörigem Kit-Objektiv deutlich leichter, was nicht stimmt, das 24-105 ist wiederum ca. 100 g schwerer als das 15-85 an der 7D. Es ergibt sich für die 5D MKII mit 24-105 als Gesamtgewicht 1480 g, für die 7D mit 15-85 1395 g (1275 mit dem 18-135), jeweils zuzüglich identischem Akku.

Ungewöhnlich ist vor allem der Sucher: Mit einem Vergrößerungsfaktor von 1,0 bei 50 mm und einer Bildabdeckung von 100% setzt er neue Maßstäbe. Dass der Sucher einer Spiegelreflex weniger als 100% des Bildfeldes zeigt, mag ursprünglich einmal den Sinn gehabt haben, dass ein gerahmtes Dia durch die Abdeckung des Rahmens eine gewisse Bildbeschneidung erfuhr. Da der Bildrand ohnehin als Schattenwurf der Aufnahmemaske in der Kamera eine unscharfe Begrenzung hatte und je nach Objektivkonstruktion und Strahlengang das belichtete Bildfeld etwas größer oder kleiner ausfallen konnte, war dies durchaus sinnvoll.

Diese Montage zeigt die relativen Sucherbildgrößen von EOS 500D, 50D, 7D und 5D MK II sowie die Sucherbildabdeckung. Der nicht sichtbare Bereich wird durch den grauen Rahmen abgedeckt.

Bei Digitalkameras erfasst der Sensor eine absolute Bildfeldgröße, wenn man von den "effektiven Pixeln" ausgeht. Die etwas größere Zahlenangabe von Bruttopixeln bezieht Randpixel ein, die für Hilfszwecke wie die Berechnung von JPEG-Daten am Bildfeldrand verwendet werden, bei manchen Kameras anderer Hersteller auch zur elektronischen Bildstabilisierung durch Verschieben des Sensors. Nun hat man sich bei einer Amateurkamera vielleicht schon daran gewöhnt, dass knapp angeschnittene Bilddetails vermutlich doch ganz ins Bild kommen oder dass man das Bild etwas beschneiden muss, wenn man exakt den Sucherausschnitt im ausgearbeiteten Foto haben will. Letztlich erschwert das nur eine genaue Bildkomposition, da muss und kann man nun mit der EOS 7D umdenken: Sie fotografieren genau das, was Sie sehen.

Früher mussten sich vor allem die Einsteigermodelle von Canon den abfälligen Vorwurf eines Tunnelblicks durch den Sucher gefallen lassen. Canon hat in den letzten Jahren den Vergrößerungsfaktor sukkzessive erhöht, von anfangs bescheidenen 0,8 bei der EOS 300D auf nun schon 0,87-fach bei der 500D, während die "zweistelligen" Modelle statt der billigeren, aber auch dunkleren Pentaspiegelsucher echte Glasprismen mit hellerem Bild und einer Vergrößerung von 0,95 bei der 50D verwendeten. Bei der 5D MKII ist der Vergrößerungsfaktor deutlich kleiner, dennoch erscheint das Sucherbild größer, weil das Bildformat selbst größer ist. Allerdings ist der Sicht-Unterschied zur 7D nur noch gering.

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