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c't Fotografie

Erfahrungswerte: Canon EOS 7D in der Praxis

Videofunktion, Bildbewertung

Inhaltsverzeichnis

Wie auch die 500D und die 5D MKII kann die 7D Videos aufnehmen. Für Videoaufnahmen, insbesondere ruhige Schwenks, verwendet man am besten ein Stativ und ersetzt den Kugelkopf durch einen einigermaßen professionellen Videoneiger mit langem Schwenkhebel und gedämpften Neigefriktionen. Die Kamera wird darauf wie eine Videokamera mit einer Schnellwechselplatte befestigt und ist ohne langes Schrauben in Nullkommanichts zu montieren oder für Freihandaufnahmen wieder abzunehmen.

Videoaufnahmen gelingen am besten mit einem richtigen Videoneige- und Schwenkkopf.

Üben muss man Schwenks trotzdem erst einmal: Mit Stillstand anfangen, langsam schwenken, dann wieder mit Stillstand ausklingen lassen. Immerhin kann man das Bild auf dem rückwärtigen Display während der Aufnahme mitverfolgen – der Sucher bleibt ja wegen des dauerhaft hochgeklappten Spiegels dunkel. Da ist eine "richtige" Videokamera unter Umständen doch praktischer.

Um zu ermessen, was die 18 Megapixel beim Cropformat auflösungsmäßig für Objektive bedeuten, muss man diese mit dem Quadrat des Formatfaktors 1,6² = 2,56 auf das Vollformat hochrechnen: 18 x 2,56 ergibt aberwitzige 46 Megapixel! Wenn man an der 7D Objektive verwendet, die für Kleinbild gerechnet sind und dann 100%-Ausschnitte auf "Pixelebene" betrachtet, so entspricht das dem, was man dem Objektiv an Schärfe abverlangt. Allerdings beschränkt auf den inneren Abbildungsbereich, in dem die Schärfe und andere Eigenschaften in der Regel besser sind als am Rand des Bildkreises

Die EF-S-Objektive brauchen an der 7D zwar nur einen kleineren Bildkreis auszuleuchten, sehen sich aber derselben enormen Auflösungsanforderung von 5184 x 3456 Pixeln (etwa 2592 x 1728 Linien oder ca. 116 Linien pro Millimeter) gegenüber. Bei den "Wendelstein"-Testbildern (siehe Bilderstrecke) sind bei einer Brennweite von ca. 100 mm einige der feinen Strukturen wie Antennenmasten nur noch ein bis drei Pixel breit - aber im Idealfall dennoch sichtbar und auf den Aufnahmen einigermaßen scharf begrenzt. Ein interessantes Maß ist zudem bei mehrfacher Vergrößerung (300% bis 400%) die Kantenschärfe etwa der Bergflanke auf den Wendelsteinaufnahmen, jeweils bei Blende 8, mit verschiedenen Objektiven.

Canon EOS 7D mit verschiedenen Objektiven (9 Bilder)

EF 100/2,8 Macro

EF 100/2,8 Macro, Blende 8, gesamtes Bild und eingeblendet der Ausschnitt mit der Seilbahnstation rechts in 100%.

Unter diesen Gesichtspunkten ist das eigentlich als gut und scharf angesehene Tamron 28-75mm/2,8 (Vollformat) überfordert: Auf Pixelebene ergibt sich auch bei Blende 8 ein deutlich unscharfes Bild. Wesentlich besser schlägt sich das Tamron 17-50mm/2,8, das ja für DX und APS-C gerechnet ist. Bemerkenswert gut schlagen sich die Canon-Vollformat-Objektive EF 70-200/4,0L und das Makroobjektiv EF 100/2,8 (jeweils bei Blende 8). Erstaunlicherweise liefern auch die beiden Kit-Objektive EF-S 15-85 bei 85mm f/8 und das EF-S 18-135 bei 135mm f/8 noch eine gute Auflösung der Strukturen, allerdings auch deutliche Farbsäume. Dabei haben die Einstellungen der Raw-Konverter, insbesondere für die Scharfzeichnung, den Kontrast und die Korrektur der chromatischen Aberration, auf dieser "Pixelebene" einen enormen Einfluss auf den Schärfeeindruck.

Das erste Bild in der Bildstrecke oben zeigt die Gesamtaufnahme (5184 x 3456 Pixel) mit dem 100-mm-Makro verkleinert auf 1254 x 836 Pixel und eingeblendet in 100% (pixelgenau) den Bereich zwischen den beiden Seitengipfeln rechts mit der Bergstation der Seilbahn, aus dem die folgenden mehrfach vergrößerten Ausschnitte stammen. Die Gesamtaufnahme wirkt blitzscharf, der 100%-Ausschnitt etwas weich, aber sehr detailreich.

Verglichen mit Aufnahmen der 15-Megapixel-Kamera EOS 50D und dem EF 70-200 zeigen die Fotos der 7D tatsächlich deutlich mehr Details und wirken bei extremer Vergrößerung glatter und rauschärmer. Ein Gewinn an Bildqualität ist also nicht abzustreiten, erfordert aber wirklich hochwertige und nicht ganz billige Objektive. Leider wachsen aber auch die Dateigrößen, und auf Rechnern, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, erfordert die Raw-Konvertierung einige Geduld.

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