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c't Fotografie

Erfahrungswerte: Canon EOS 7D in der Praxis

Fazit

Inhaltsverzeichnis

Als die Kamera Anfang Dezember zum Test eintraf, gab es von Adobe erst eine Betaversion des passenden RAW-Konverters, die aber inzwischen durch eine Final Release abgelöst wurde (ACR 5.6). Strichprobenweise Neukonvertierung von Aufnahmen aus einer ISO-Testreihe ergaben keine sichtbaren Unterschiede.

Eine Eigentümlichkeit: In ACR werden bei sehr hohen ISO-Werten die dunklen Töne nach Blau oder Purpur verfälscht und weniger Nuancen aufgelöst als im Vergleich zu DPP. Letzteres Programm zeigt nur eine schwache "Verblauung" der dunklen Töne und eine bessere Farb- und Tonwertauflösung in den Schatten. ACR neigt zudem in der Standardeinstellung zu mehr Kontrast und höherer Farbsättigung. Bis ISO 1600 ist von den Farbverschiebungen kaum etwas zu bemerken, ab etwa ISO 3200 werden sie zunehmend auffälliger. In DPP sind sie bis ISO 12800 wesentlich geringer. Vor allem bei der Konvertierung mit DPP ist auch die höchste Empfindlichkeitsstufe mit gewissen Abstrichen durchaus brauchbar und bis ISO 3200 fast unbedenklich, wenn man die Bilder nicht zu stark vergrößert.

Bei einer Vergrößerung auf 50% Pixeldarstellung ist das Rauschen bei ISO 1600 noch dezent, aber sichtbar, um dann mit jeder Stufe etwas zuzunehmen (bei ACR deutlich aggressiver, was aber auch auf den härteren Kontrast zurückgeht). Bei ISO 6400 ist auch schon deutliches und relativ grobes Farbrauschen zu sehen. Je nach Zweck und zusätzlicher Nachbearbeitung sind aber alle Empfindlichkeitsstufen fotografisch brauchbar, und wenn man es mit dem vergleicht, was früher mit Film in SW, geschweige denn in Farbe, möglich war, sogar sehr gut (da war das Ende der Fahnenstange schon in der Gegend um ISO 800 bis ISO 1600 erreicht).

Erstaunlicherweise sind die Ergebnisse bis ISO 12800 bei der 7D deutlich besser als bei der 5D MKII, und ISO 25600 bei der 5D MKII kann man nicht mehr als wirklich brauchbar bezeichnen – außer vielleicht für experimentelle Zwecke. Auch hier liegt der hauseigene Konverter DPP zu Grunde. Mit ACR fallen die Ergebnisse härter aus, und der Purpurstich in den Schatten wird noch krasser. Die Farbwiedergabe ist insgesamt bei normalen Motiven ausgewogen. Erste Eindrücke lassen vermuten, dass die 5D MKII mit sehr kräftigen Farben besser umzugehen weiß.

Mit der EOS 7D hat Canon bewiesen, dass auch über die viel gelobte EOS 5D MKII hinaus aus der Sensortechnik noch mehr an Extremwerten herauszuholen war. Und man kann die 7D guten Gewissens als herausragende Kamera empfehlen: sie ist eindeutig ein Gewinn gegenüber der 50D, da gibt es nichts zu deuteln. Das macht sich nur zum Teil an der höheren Auflösung fest, eher an der Ergonomie und der Qualität des Suchers. Andererseits muss man gegenüber der 5D MKII deutliche Abstriche machen. Das Kamerakonzept der 7D ist zwar gegenüber der 5D Mk. II weiterentwickelt, aber eine Crop-Kamera ist eben keine Vollformat-Kamera. (cm)