Erneuerbare Energien erstmals wichtigste Energiequelle der EU

Im Vergleich zu 2019 sind die Treibhausgasemissionen der EU27 im Jahr 2020 um fast 10 Prozent gesunken, vor allem vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie.

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Kraftwerk Bremen-Hastedt

(Bild: heise online / anw)

Von
  • Andreas Wilkens

Im Jahr 2020 haben die erneuerbaren Energien erstmals die fossilen Brennstoffe als wichtigste Stromquelle der EU überholt. 38 Prozent des Stroms wurden mit Wind, Sonne, Biomasse und Wasser erzeugt, 37 Prozent mit fossilen Brennstoffen, geht aus einem Bericht der EU-Kommission hervor. 25 Prozent der Stromerzeugung stammen aus Atomkraftwerken.

Im Vergleich zu 2019 sind die Treibhausgasemissionen der EU27 im Jahr 2020 um fast 10 Prozent gesunken, heißt es in dem Bericht State of the Energy Union 2021 (PDF). Das ist nach Angaben der Kommission "ein noch nie dagewesener Rückgang der Emissionen aufgrund der COVID-19-Pandemie". Er habe zu einer Gesamtreduktion der Emissionen um 31 Prozent im Vergleich zu 1990 geführt.

Der Primärenergieverbrauch ging im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent und der Endenergieverbrauch um 0,6 Prozent zurück. Die Rückgänge seien aber geringer, als zur Erreichung der EU-Ziele für 2020 und 2030 nötig ist, betont die Kommission. Bislang hätten neun EU-Mitgliedstaaten den Ausstieg aus der Kohle vollzogen, 13 weitere haben sich zu einem Ausstiegsdatum verpflichtet – darunter Deutschland –, und vier erwägen mögliche Zeitpläne.

Im Luftverkehr sind die Treibhausgasemissionen 2020 um 63,5 Prozent gegenüber 2019 zurückgegangen, um 11,4 Prozent in der Stromproduktion und dem Großteil der Industrieproduktion. Seit der Einführung des EU-Emissionshandelssystems im Jahr 2005 wurden die Emissionen um rund 43 Prozent gesenkt. Die Emissionen im Verkehr und in der Landwirtschaft dürften jedoch ohne zusätzliche Maßnahmen nicht wesentlich zurückgehen, da sie seit 2005 weitgehend unverändert geblieben sind – mit Ausnahme des Rückgangs der Emissionen im Verkehr im Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Der Anstieg der Energiepreise in Europa und weltweit sei vor allem auf die steigenden Gaspreise zurückzuführen, teilte die EU-Kommission weiter mit. Auch wenn diese Situation voraussichtlich nur vorübergehend sein werde, rücke sie die Abhängigkeit der EU von Energieimporten in den Vordergrund. Sie sei auf den höchsten Stand seit 30 Jahren gestiegen. Umso wichtiger sei der Übergang zu sauberer Energie für die Erhöhung der Energiesicherheit der EU, auch angesichts dessen, dass in der EU bis zu 31 Millionen Menschen von Energiearmut betroffen seien.

Die aktuellen Zahlen aus Brüssel bestätigen jene, die von den Thinktanks Ember und Agora Energiewende im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurden. Demzufolge hatte Deutschland den dritthöchsten Anteil Erneuerbarer Energien in der Europäischen Union.

(anw)