Ersatzteilkrise: Apple schickt Nutzer mit defekten Geräten nach Hause

Weil Komponenten zu langsam nachkommen, dürfen User ihre Hardware wieder mitnehmen, wenn sie noch teilweise funktioniert. Ist Ersatz da, wird repariert.

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Dieses iPhone ist nass, muss aber nicht kaputt sein.

(Bild: WDnet Creation/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat nicht nur Lieferprobleme für neue Geräte wie etwa Macs, sondern auch bei der Versorgung mit Ersatzteilen scheint es aktuell Schwierigkeiten zu geben. Zumindest in den USA ist der Konzern deshalb einem Bericht zufolge nun dazu übergegangen, Kunden, deren Schäden am Gerät nicht katastrophal ausfallen, mit der defekten Hardware zunächst wieder nach Hause zu schicken, statt die Geräte im Reparaturdepot zu belassen.

Sobald die notwendigen Ersatzteile oder Austauschkomponenten verfügbar sind, meldet sich Apple bei den Kunden, berichten US-Medien. Dies sollen Quellen aus der Dienstleistungssparte des Konzerns bestätigt haben. Apple will so den Frust bei der Kundschaft reduzieren, damit diese nicht wochenlang ohne ihr Gerät auskommen müssen.

Die neue Strategie gilt natürlich nur für Hardware, die nicht so defekt ist, dass sie überhaupt nicht mehr verwendet werden kann. Zudem sind auch Geräte, die bei einer weiteren Benutzung Schaden nehmen könnten, ausgeschlossen. Apple schaut sich die Hardware deshalb zunächst an und prüft, wie die Versorgungslage mit Komponenten ist. Erst dann wird gegebenenfalls das Angebot unterbreitet, das Gerät wieder mitzunehmen.

Die Änderung hat auch damit zu tun, dass Apple mittlerweile mehr Geräte repariert als sie komplett durch neuwertige oder Refurbished-Ware auszutauschen – etwas, das der Konzern über viele Jahre gemacht hatte. Dies wurde aus Umwelt- und Effizienzgründen geändert. Zudem sind die Reparaturkompetenzen in den Apple-Läden gestiegen, es wird mehr vor Ort repariert als einst. Aber auch wenn noch ein Vollaustausch ansteht: Apple hat selbst hier offenbar Lieferprobleme. Grund ist vor allem die Supply-Chain-Situation in China, die sich nach langen Lockdowns in einigen Regionen erst langsam verbessert.

Zu den Geräten, bei denen Apple anbietet, sie zunächst wieder nach Hause zu nehmen, gehören offenbar unter anderem aktuelle MacBook-Pro-Modelle. In bestimmten Regionen kann es etwa bis zur Ankunft eines Displays bis zu acht Wochen dauern. Auch erwähnt wurden ältere Geräte wie das MacBook Pro M1 und das MacBook Air. Hier sind offenbar Akku, Tastatur und Chassis betroffen.

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(bsc)