Erzwingung von NFC-Öffnung beim iPhone: PayPal machte Druck auf EU-Kommission

Einer der Akteure im Rahmen des neuerlichen Wettbewerbsverfahrens gegen Apple ist der einst zu eBay gehörende Bezahldienst. Er möchte gerne Tap-to-Pay nutzen.

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PayPal

Die PayPal-App fürs iPhone im App Store.

(Bild: dpa, Felix Kästle/dpa)

Von
  • Ben Schwan

Das aktuell laufende, neuerliche Wettbewerbsverfahren gegen Apple in der Europäischen Union wurde unter anderem von PayPal mitverursacht. Das geht aus Aussagen von informierten Kreisen hervor. Demnach soll die PayPal Holdings Inc. zu den zentralen Beschwerdeführern gehört haben, die das sogenannte "Statement of Objections" der EU-Kommission mitverursacht haben.

Nach monatelangen Spekulationen steht seit dieser Woche fest: Apple steht ein weiteres Monopolverfahren ins Haus. Diesmal geht es um die Tatsache, dass der Konzern den seit Jahren in iPhones verbauten NFC-Funkchip für Bezahldienste nur seinem eigenen Payment-Service Apple Pay zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu Android-Geräten kann man so auch keine Kreditkarten und Services alternativer Anbieter auf dem iPhone verwenden, die direkten Zugriff auf die NFC-Funktion haben.

"In unserer Mitteilung der Beschwerdepunkte stellen wir vorläufig fest, dass Apple den Wettbewerb zugunsten seiner eigenen Lösung Apple Pay beschränkt haben könnte", so die zuständige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager am Montag. Ein solches Verhalten würde einen Verstoß gegen unsere Wettbewerbsvorschriften darstellen, sagte sie.

Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg soll PayPal "einer von mehreren" Unternehmen gewesen sein, die sich über diese Situation "informell beschwert" hätten. Die einst zu eBay gehörende Bezahlfirma, die im Internet eine lange Tradition hat, würde gerne die NFC-"Tap to Pay"-Funktion auf dem iPhone nutzen, wie sie dies über ihre eigene App bereits unter Android tut.

Wer sich sonst noch bei der EU-Kommission beschwert hat, blieb zunächst unklar. Mögliche Kandidaten wären das Unternehmen Block, Inc. (vormals Square) mit seiner Cash-App, aber auch Google mit Google Pay oder Samsung mit Samsung Pay. Apple öffnet die NFC-Schnittstelle im iPhone bislang nur langsam. Zuletzt kündigte der Konzern einen eigenen Dienst für Peer-to-Peer-Zahlungen an. Im aktuellen Wettbewerbsverfahren gibt es keinen formellen Beschwerdeführer außer der Kommission selbst. Apple kontert die Monopolvorwürfe mit der Aussage, dass Konkurrenz-Apps trotz Apple Pay sehr populär seien – selbst ohne NFC. Apple zufolge unterstütze man mit Apple Pay zudem bereits über 2500 Banken in Europa.

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(bsc)