Espressif ESP32-C3: WLAN-Mikrocontroller mit RISC-V-Kern

Die chinesische Firma Espressif setzt bei neuen Versionen ihrer verbreiteten WLAN-Chips für IoT-Geräte auf die offene RISC-V-Technik.

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(Bild: Espressif)

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  • Christof Windeck

Die chinesische Firma Espressif verkauft die weit verbreiteten WLAN-Mikrocontroller ESP8266 und ESP32 für IoT- und Smart-Home-Geräte. Im kommenden ESP32-C3 rechnet statt eines 32-Bit-Kerns von Tensilica (Xtensa LX6) nun einer mit der offengelegten Befehlssatzarchitektur (ISA) RISC-V.

Espressif hat den ESP32-C3 zwar noch nicht öffentlich angekündigt, aber auf der Webseite des Unternehmens findet sich der Entwurf (Draft) eines Datenblatts in Version 0.3. Demnach steht der ESP32-C3 vom Funktionsumfang her zwischen dem einfachsten ESP8266 und den aufwendigeren ESP32-Versionen.

In den ESP32-S2 baut Espressif bereits einen RISC-V-Kern ein, aber nur als besonders effizienten "Ultra Low Power"-(ULP-)Co-Prozessor; dafür ist mittlerweile auch eine Programmieranleitung erschienen.

Wann der ESP32-C3 beziehungsweise damit bestückte Funkmodule auf den Markt kommen sollen, ist unklar. Möglicherweise hebt Espressif die Neuigkeiten bis zum RISC-V Summit auf, der am 8. Dezember startet.

Laut dem Vorab-Datenblatt von esp32.com setzt Espressif beim ESP32-C3 auf einen RISC-V-Kern nach der Spezifikation RV32IMC mit bis zu 160 MHz Takt. 400 KByte SRAM sind werksseitig eingebaut. Zur Anbindung von Flash-Speicher dient ein Serial Peripheral Interface (SPI), die Chip-Version ESP32-C3FH4 hat 4 MByte Flash an Bord.

Der WLAN-Teil bleibt augenscheinlich unverändert und funkt weiterhin nur im 2,4-GHz-Band (1×1, 150 MBit/s). Der Bluetooth-Teil soll nun aber zu Grundfunktionen von Bluetooth 5.0 kompatibel sein und zu Bluetooth Low Energy (Bluetooth LE, BLE).

Außerdem ist eine USB-1.1-Device-Schnittstelle eingebaut, die auch als JTAG-Interface dienen kann. 22 Pins lassen sich als GPIO verwenden sowie für gängige Schnittstellen wie I²C, I2S und TWAI (CAN-Bus nach ISO 11898-1).

Der ESP32-C3 enthält Sicherheitsfunktionen, um den Code vernetzter IoT-Geräten besser gegen Manipulationen zu schützen. So kann eine AES-XTS-Einheit den Flash-Speicher verschlüsseln und es gibt eine Secure-Boot-Funktion sowie Hardware-Einheiten für AES-256, SHA-256 und RSA (bis zu 3072 Bit).

[Update 27.11.20:] ESP32-C3 und ESP32-C3F sind jetzt auch auf der Espressif-Webseite zu finden. Demnach sollen auch die Module ESP32-C3-WROOM-1 (mit ESP32-C3) und ESP32-C3-MINI-1 (mit ESP32-C3F) kommen sowie die Entwicklerboards ESP32-C3-DevKitC-1 und ESP32-C3-DevKitM-1.

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(ciw)