Europa Clipper Mission: NASA reitet SpaceX auf dem Weg zum Jupitermond

US-Weltraumbehörde beauftragt SpaceX mit dem Start der Forschungsmission zum Jupiter. Die Falcon-Heavy-Rakete soll im Oktober 2024 abheben.

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Europa Clipper Sonde über Jupitermond

Illustration: Europa Clipper Sonde über Jupitermond

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Von
  • Frank Schräer

Die US-Weltraumbehörde NASA hat SpaceX mit dem Start der "Europa Clipper Mission" beauftragt. Der Jupitermond soll auf mögliches Leben untersucht werden. Die Falcon-Heavy-Rakete von SpaceX wird im Oktober 2024 abheben. Der Auftrag an SpaceX wird die NASA rund 178 Millionen US-Dollar kosten. Das ist deutlich günstiger als die Nutzung der eigenen Riesenrakete "Space Launch System" (SLS).

Die NASA erklärte, dass die Sonde der Europa Clipper Mission detaillierte Informationen über Europa erbringen soll. Dabei steht die Erforschung der Habitabilität im Vordergrund. Die wichtigsten Ziele dieser Mission sind die Erstellung hochauflösender Bilder der Oberfläche Europas, die Bestimmung ihrer Zusammensetzung, die Suche nach Anzeichen neuer oder anhaltender geologischer Aktivitäten, die Messung der Dicke der eisigen Schale des Mondes, die Suche nach unterirdischen Seen und die Bestimmung der Tiefe sowie des Salzgehalts von Europas Ozean.

Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX kann Europa Clipper für nur 178 Millionen Dollar auf die Reise bringen. Allerdings dauert der Flug zum Jupiter mehr als fünfeinhalb Jahre, sodass die Sonde erst im April 2030 Europa erreichen soll. Die eigene SLS-Rakete hätte den Flug in rund drei oder vier Jahren geschafft, hätte die NASA nach Angaben von Ars Technica aber rund 2 Milliarden Dollar mehr gekostet.

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Außerdem befürchteten Wissenschaftler, dass sich der Start der Mission mit einer SLS-Rakete verschoben hätte. Die SLS-Rakete wird bereits für die Artemis-Mission genutzt, die 2024 Astronauten auf den Mond bringen soll. Der Flugzeugbauer Boeing ist für die Triebwerke der Rakete verantwortlich und sollte sich nach Ansicht von NASA-Offiziellen besser voll auf Artemis konzentrieren statt auf zwei Projekte dieser Größenordnung.

Die Auswahl von SpaceX als Transportmittel war nach Angaben von Space News dagegen eine einfache Entscheidung. Die NASA hat für die Europa Clipper Mission drei erfolgreiche Starts insgesamt sowie mindestens zwei erfolgreiche Starts hintereinander vorausgesetzt. Obwohl der letzte Start zwei Jahre zurückliegt, ist Falcon Heavy bereits dreimal erfolgreich geflogen. Alternativen wie Blue Origins New Glenn oder Vulcan Centaur der United Launch Alliance werden dagegen erst nächstes Jahr erstmals abheben.

Europa Clipper ist nicht die einzige geplante Jupiter-Mission. Im Juni 2022 soll "Jupiter Icy Moons Explorer" starten, eine Sonde der europäischen Weltraumagentur ESA. Ihr Ziel ist die Erforschung der Galileischen Monde des Planeten Jupiter, insbesondere Ganymed, aber auch Europa und Kallisto. Hier soll ebenfalls untersucht werden, ob diese Monde Leben ermöglichen und für Lebewesen bewohnbar sind. Die Sonde soll Jupiter im Oktober 2029 erreichen.

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(fds)