Europäische Spritpreise: Deutschland dank Tankrabatt im Durchschnitt

Der vielfach kritisierte Steuernachlass auf Kraftstoff senkt die Preise an den Tankstellen. Dadurch bewegen sie sich auf europäischem Durchschnittsniveau.

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Zapfsäule

(Bild: Aral)

Von
  • Martin Franz
  • mit Material der dpa

Die kräftig gestiegenen Preise für Benzin und Diesel stehen seit dem russischen Überfall auf die Ukraine unter besonderer Beobachtung. Ein vorübergehender Steuernachlass sollte die Teuerung auffangen, was zum Teil gelungen ist, wie ein Vergleich der Kraftstoffpreise in Europa zeigt. Deutschland liegt dabei derzeit im europäischen Mittelfeld.

Superbenzin der Sorte E5 ist derzeit in 15 EU-Ländern teurer und in elf billiger, bei Diesel sind 12 Länder teurer und 14 günstiger, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. Im Vergleich mit den direkten Nachbarn schneidet die Bundesrepublik sogar noch etwas besser ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nur in Luxemburg, Tschechien und insbesondere Polen sei Sprit derzeit günstiger.

Der Vergleich bezieht sich auf Zahlen vom 20. Juni, aktuellere liegen auf dieser Ebene noch nicht vor. Seither sind die Preise in Deutschland ein Stück weit gesunken. Vor allem Superbenzin gab deutlich nach. Die vom ADAC beobachtete Sorte E10 kostete nach Angaben des Verkehrsclubs am 26. Juni im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,87 Euro. Das sind 4,3 Cent weniger als am Anfang vergangener Woche. Diesel kostete 2,04 Euro pro Liter, das sind 1,4 Cent weniger.

Beides ist nach Ansicht des ADAC viel zu teuer: "Bei E10 haben wir mindestens eine Überhöhung von 25 Cent im Vergleich dazu, was sich aus den jahrzehntelang geltenden Erfahrungswerten ergeben würde", sagt Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. "Bei Diesel ist die Situation noch deutlich schlimmer – hier ist es allerdings schwieriger, einen konkreten Wert abzuschätzen. Die Steuer auf Diesel ist zurzeit rund 3 Cent niedriger als auf E10 - an der Tankstelle ist er aber rund 17 Cent teurer." Als Ursache für den aktuellen Rückgang sieht er vor allem die etwas gesunkenen Ölpreise.

Als Grund dafür, dass Deutschland derzeit im Vergleich zu vielen seiner direkten Nachbarn relativ günstigen Sprit hat, vermutet das Bundesamt die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe zum 1. Juni. Noch am 30. Mai war Superbenzin von den EU-Nachbarstaaten nur in Dänemark und den Niederlanden teurer als in Deutschland, Diesel nur in Dänemark. Rechnet man die Steuersenkung – bei Diesel sind es 16,7 Cent pro Liter, bei Superbenzin 35,2 Cent – heraus, wäre das auch am 20. Juni noch so gewesen.

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(mfz)