Europol lässt ukrainische Ransomware-Gang auffliegen

Zwei ukrainische Ramsomware-Betreiber sollen große Konzerne erpresst und von ihnen Lösegeld in Millionenhöhe für gestohlene sensible Daten gefordert haben.

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Die ukrainische Cyberpolizei bei der Hausdurchsuchung der Ransomware-Gang.

(Bild: Cyberpolizei Ukraine)

Von
  • Oliver Bünte

Verschiedene nationale Sicherheitsbehörden haben unter der Koordination von Europol und Interpol zwei mutmaßliche Ransomware-Betreiber in der Ukraine festgenommen. Wie Europol am Montag mitteilte, erfolgte die Festnahme der beiden Männer bereits am 28. September. Ihnen wird vorgeworfen, mit entsprechender Schadsoftware Daten erbeutet und für sie Lösegeld in einer Größenordnung zwischen 5 Millionen Euro und 70 Millionen Euro erpresst zu haben.

Die beiden Verdächtigen sollen ab April 2020 eine Reihe gezielter Angriffe auf "sehr große Industriekonzerne" in Europa und Nordamerika verübt und dabei sensible Daten erbeutet haben, um sie zu verschlüsseln. Um welche Unternehmen es sich genau handelt, lässt die Mitteilung von Europol offen. Bei den Erpressungen sollen die potenziellen Täter mehrere Millionen Euro für die Entschlüsselung der Daten gefordert haben. Bei Nichtzahlung sollten die gestohlenen Daten andernfalls im Darknet veröffentlicht werden. Einer der beiden Verdächtigen, ein 25-jähriger Mann soll nach ersten Erkenntnissen Teil einer größeren Ransomware-Operation gewesen sein, heißt es bei The Record.

Unter der Bildung einer Joint Cybercrime Action Taskforce (J-CAT) von Europol konnten nationale Sicherheitsbehörden wie die französische Gendamerie Nationale, die ukrainische Nationalpolizei und das US-amerikanische FBI zusammen mit Spezialisten des Europäischen Zentrums für Cyberkriminalität (EC3) und einen Interpolbeamten die potenziellen Täter ermitteln und festnehmen.

Ein Video der Nationalen Polizei der Ukraine zeigt das Vorgehen der Beamten bei der Durchsuchung.

Wie Europol bekannt gab, wurden neben den beiden Festnahmen sieben Durchsuchungen von Immobilien durchgeführt und 375.000 US-Dollar in bar sowie zwei "Luxusfahrzeuge" im Wert von 217.000 Euro sichergestellt. Daneben wurden Kryptowährungen in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar eingefroren. Einer der beiden Verdächtigen, ein 25-jähriger Mann, soll außerdem Teil einer größeren Ransomware-Operation gewesen sein, heißt es bei The Record.

(olb)