Event Horizon Telescope: Aufnahme des Schwarzen Lochs der Milchstraße erwartet

Die Forscherinnen und Forscher des Event Horizon Telescopes haben für Donnerstag bahnbrechende Resultate zur Milchstraße angekündigt. Es geht um Sagittarius A*.

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Das historische, erste Bild eines Schwarzen Lochs.

(Bild: EHT Collaboration)

Von
  • Martin Holland

Drei Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Fotos eines Schwarzen Lochs hat das Team des Event Horizon Telescopes "bahnbrechende Resultate für die Milchstraße" angekündigt. Auf sieben parallelen Pressekonferenzen in Europa, Amerika und Asien wird vermutlich das erste Bild des zentralen supermassiven Schwarzen Lochs der Milchstraße präsentiert. Es heißt Sagittarius A* (Sgr A*) und war neben dem Schwarzen Loch im Zentrum der Galaxie M87 eines von zwei Objekten, auf die das zusammengeschaltete Radioteleskop ausgerichtet wurde.

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Vorgestellt wird das jüngste Ergebnis am Donnerstag um 15 Uhr MESZ in Garching, Mexiko Stadt, Santiago de Chile, Shanghai, Taipeh, Tokio und Washington D.C. – teilweise mit Livestreams. heise online wird berichten.

Das Event Horizon Telescope ist ein Zusammenschluss von Teleskopen in aller Welt. Es war nach langer Vorbereitung im Frühjahr 2017 zusammengeschaltet worden und simuliert ein Radioteleskop der Größe der Erde. Mit einer sonst nicht erreichbaren Auflösung nahm es danach die direkte Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M87 auf. Die außergewöhnliche Aufnahme war 2019 veröffentlicht worden.

Der Ereignishorizont (oder "Event Horizon") eines Schwarzen Lochs ist die Grenze zwischen dem Bereich, aus dem Licht der gigantischen Gravitation noch entkommen kann, und dem Bereich, aus dem weder Licht noch anderweitige Informationen entrinnen können. Was vor dieser Grenze liegt, kann prinzipiell noch beobachtet werden und liefert auch Informationen über das Schwarze Loch selbst.

Die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs gilt als Meilenstein der Astronomiegeschichte, für den es eine Reihe von Preisen gab. Sie zeigt nicht nur deutlich den "Schatten", also jenen Bereich des Schwarzen Lochs, aus dem kein Licht mehr entkommen kann und der deshalb schwarz erscheint. Auch die ungleichmäßige Stärke der Strahlung, die um das Schwarze Loch herumgerast ist und der Schwerkraft entkommen konnte, war vorhergesagt worden. Insgesamt dürfte die Aufnahme deswegen nicht nur dessen zu uns zugewandte Seite zeigen, sondern aufgrund der verschlungenen Wege der Strahlung auch die Seiten und sogar die Rückseite des Schwarzen Lochs. Das Bild hatte damit hervorragend zu den Vorhersagen gepasst.

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Was genau der Welt am heutigen Donnerstag präsentiert wird, ist vorab nicht durchgesickert. Die Europäische Südsternwarte verspricht "bahnbrechende Ergebnisse". Zusätzlich zu den Livestreams wird es auch mehrere Runden geben, auf der Fragen der Öffentlichkeit beantwortet werden sollen. Die können unter anderem auf Twitter – mit dem Hashtag #askEHTeu – oder auf Youtube gestellt werden. Auch ein "Ask me Anything" auf Reddit ist geplant und soll um 19:30 Uhr MESZ beginnen.

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(mho)