Excel-Datei voll: 16.000 Diagnosen für Covid-19 in Großbritannien nachgemeldet

Die Corona-Zahlen in Großbritannien sind am Wochenende massiv gestiegen. Das verantwortliche "technische Problem" geht wohl auf eine Excel-Datei zurück.

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(Bild: Antonio Guillem / shutterstock.com)

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  • Martin Holland

In Großbritannien hat das Gesundheitsministerium mehr als 15.000 Diagnosen mit Covid-19 nicht an die Kontaktverfolger weitergegeben, weil eine Excel-Datei nicht mehr funktionierte. Das berichten Yahoo News und weitere Medien übereinstimmend.

Zuvor hatte die Behörde für öffentliche Gesundheit (PHE) des Gesundheitsministeriums erklärt, dass am Freitag ein "technisches Problem" identifiziert worden sei. Zwischen dem 25. September und dem 2. Oktober seien 15.841 Diagnosen mit Covid-19 nicht weitergegeben worden. Da es sich vor allem um Fälle aus der vergangenen Woche handelt, waren die jüngsten Infektionszahlen damit um fast 50 Prozent höher, als bisher angegeben.

Wie die Gesundheitsbehörde erklärte, sorgte das "technische Problem" dafür, dass die Diagnosen nicht weitergegeben wurden. Die jeweils positiv getesteten Personen hätten ihre Diagnose aber erhalten. Nicht informiert wurden demnach aber die Kontaktverfolger, die dafür zuständig sind, Kontakte der Infizierten zu finden und über eine mögliche Infektion zu informieren. Über Tage hinweg blieb also nicht nur unbekannt, wie stark die Infektionszahlen im Vereinigten Königreich weiter steigen, es ist auch wahrscheinlich, dass viele Menschen nun erst viel später als nötig von ihrem Kontakt zu einer Person erfahren, die sich infiziert hat.

Wie nun unter anderem Yahoo News berichtet, handelt es sich bei dem "technischen Problem" um eine Excel-Datei, die ihre "maximale Dateigröße" erreicht habe. Deswegen seien in dem eingerichteten "automatischen Prozess" nicht mehr alle Namen von Infizierten hinzugefügt worden.Die Datei sei nun in mehrere aufgespalten worden, "um zu verhindern, dass der Fehler erneut auftaucht".

Warum die Daten überhaupt in einer Excel-Datei gesammelt wurden und nicht in spezieller Datenbanksoftware, geht aus den Berichten nicht hervor. Auch ist unklar, was genau für ein Limit nun erreicht wurde und wie der Fehler entdeckt wurde. Dass die Verantwortlichen aber für ihre Arbeit weiterhin auf Excel setzen wollen, dürfte das Vertrauen in Großbritannien nicht stärken.

(mho)