FAIR: Weitere Kostensteigerung für Teilchen-Beschleuniger in Darmstadt

Auf drei Milliarden Euro war die veranschlagte Investitionssumme für den Darmstädter Teilchen-Beschleuniger zuletzt angeschwollen. Doch der wird noch teurer.

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So soll die Anlage einmal aussehen

(Bild: ion42/FAIR)

Von
  • dpa

Die internationale Teilchen-Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt verteuert sich abermals kräftig. Wie aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel, hervorgeht, hat die Geschäftsführung das Ministerium über erwartete Mehrkosten von 145 Millionen Euro für laufende, bereits beauftragte Baumaßnahmen bis 2025 informiert. Darüber hinaus gebe es Kostenrisiken in Höhe von 448 Millionen Euro, hieß es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die internationale Teilchen-Beschleunigeranlage FAIR nordöstlich des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung gilt als eine der weltweit größten Anlagen physikalischer Grundlagenforschung. Auf Preisbasis des Jahres 2005 waren dafür ursprünglich rund 1,3 Milliarden Euro eingeplant. Nachdem zuletzt 2019 eine Verteuerung um mehrere Hundert Millionen Euro bekannt geworden war, lag die jüngste Schätzung der Gesamtinvestitionen auf Preisbasis des Jahres 2020 nach GSI-Angaben bei 3,1 Milliarden Euro.

Hauptgeldgeber des Projekts sind der Bund und das Land Hessen. Als ausländische Partner sind auch Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Schweden und Slowenien Gesellschafter von FAIR. Mit der Teilchenbeschleunigeranlage soll die Entstehung des Universums erforscht werden – in einem unvorstellbar kleinen Maßstab. Mit der Anlage auf rund 150.000 Quadratmetern und mit insgesamt 20 Bauwerken kann früheren Angaben zufolge Materie im Labor erzeugt und erforscht werden, wie sie nur im entfernten Universum vorkommt.

(mho)