FAQ: Was Sie zu WhatsApp und den neuen Nutzungsbedingungen wissen müssen

Nun kommen WhatsApps neue Nutzungsbedingungen also. Was wir darüber wissen, was Facebook sagt und was Datenschützer bemängeln.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 106 Beiträge

(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Die neuen Nutzungsbedingungen und damit auch eine neue Datenschutzerklärung von WhatsApp treten an diesem Samstag in Kraft. Ihnen muss zugestimmt werden. Und wenn nicht? Explodiert dann das Smartphone? Wir haben die wichtigsten Infos zusammengestellt.

Was hat sich an den Nutzungsbedingungen überhaupt geändert?

Laut WhatsApp geht es ausschließlich um Änderungen bezüglich der Kommunikation mit Unternehmen. Hier werden Daten mit Dritten geteilt. Ob man über den Messenger mit Unternehmen kommuniziert, obliegt den Nutzenden, schreibt auch Facebook.

Für die private Kommunikation hat sich angeblich nichts geändert, die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingung sei laut WhatsApp nur umformuliert und besser verständlich gemacht worden. Der Messenger betont immer wieder, dass die Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleiben – was allerdings auch nie wirklich in Frage gestellt wurde. Außerdem teile man keine Daten mit Facebook, zumindest ist in einer WhatsApp-FAQ geschrieben, man bewahre keine Protokolle dazu auf, wer wem Nachrichten sendet oder wer wen anruft. Der Standort sei weder für WhatsApp noch Facebook ersichtlich. "WhatsApp teilt deine Kontakte nicht mit Facebook."

Warum dann die Sorge um die Daten?

Die Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen sind nicht so eindeutig, wie Facebook es in der FAQ schreibt. Johannes Caspar, Datenschutzbeauftragter in Hamburg, hat ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet, damit Klarheit einzieht, welche Daten geteilt werden. Da dieses Verfahren allerdings noch läuft, gibt es jetzt zunächst eine Anordnung, die es WhatsApp untersagt, Daten mit Facebook zu teilen. Caspar kritisiert, dass die Erklärungen mindestens unklar sind, an verschiedenen Stellen unterschiedliche Aussagen getroffen würden und die Abgrenzung zu den internationalen Informationen kaum zu erkennen sei.

Lesen Sie auch

Ist nicht die Datenschutzbehörde in Irland zuständig?

Ja, Facebook hat seinen europäischen Hauptsitz in Irland und entsprechend wäre die dortige Datenschutzbehörde zuständig. Die DSGVO lässt jedoch auch andere Fälle zu. Hier geht es etwa um den Schutz der Daten der Bundesbürger. Endgültig geklärt scheinen die Zuständigkeiten jedoch noch nicht, der Europäische Gerichtshof (EuGH) muss darüber entscheiden. Eine Stellungnahme des EuGH-Generalanwalts Michal Bobek klingt relativ eindeutig: Nationale Behörden dürfen in bestimmten Fällen eingreifen.

Lesen Sie auch

Ich will nicht zustimmen – was nun?

Option A: Den Messenger wechseln.

Option B: Abwarten und Facebook vertrauen.

Facebook sagt, die Annahme Caspars sei falsch und daher werde die Zustimmung zur neuen Nutzungsbedingung eingeholt, wie es geplant war. Die Praxis, so WhatsApp, sei ja eh eine andere: Keine Datenübertragung.

WhatsApp preist sich selbst löschende Nachrichten an, "um die Privatsphäre zu erhöhen" – hilft das?

Nein. Eine auf dem Smartphone nach sieben Tagen verschwindende Nachricht hat nichts mit der Datenweitergabe oder Sicherheit zu tun. Warum diese in den Antworten zur Datenschutzrichtlinie von WhatsApp genannt werden, darf man sich fragen – und seinen Teil dazu denken.

Und was passiert, wenn ich nicht zustimme? Kann ich WhatsApp weiter nutzen?

Erst mal lässt sich WhatsApp wohl auch ohne Zustimmung weiter nutzen. Allerdings erscheint immer wieder ein Hinweis darauf, dass man den Nutzungsbedingungen zustimmen muss. In "einigen Wochen" soll dieser permanent erscheinen, schreibt WhatsApp in einem extra angelegten Blogbeitrag zu den Fragen, was bei Nicht-Zustimmung passiert. Ist die permanente Erinnerung da, lassen sich manche Funktionen nicht mehr nutzen. Zunächst bleibt der Zugriff auf die Chats verwehrt, Sprach- und Videoanrufe können aber noch angenommen werden. Nachrichten lassen sich noch über Benachrichtigungen lesen. Erneut einige Wochen später funktioniert WhatsApp dann nicht mehr.

Die "Wochen", also die Dauer, ist unterschiedlich – welche Menschen länger Nachrichten schreiben können, bleibt unklar. Es wird den Kohl wohl nicht fett machen.

In ein paar Wochen muss ich zugestimmt haben oder einen anderen Messenger nutzen?

Genau. "Friss oder stirb" nennt sich das umgangssprachlich. Auch an dieser Praxis nehmen Datenschützer weltweit Anstoß.

Andere Messenger? Sind die denn sicher?

Je nachdem. Hier erklärt Sylvester Tremmel von der c't, warum sich die Katze teilweise selbst in den Schwanz beißt.

Und hier schreibt Andreas Wilkens wie er zu Signal wechselte.

tipps+tricks zum Thema:

(emw)