FOSDEM 2021: Matrix dient bei Online-Infrastruktur zur Kommunikation

Die kommende europäische Konferenz für Entwickler freier Software findet 2021 nur virtuell statt. Der Messenger Matrix sowie Jitsi sollen dabei mitwirken.

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(Bild: fosdem.org)

Von
  • David Wolski

Die Veranstalter der Entwicklerkonferenz für freie Software FOSDEM verkündeten bereits im September 2020, dass die FOSDEM 21 nur als virtuelles Event online stattfinden wird. Bei den laufenden Vorbereitungen hilft auch ein neuer Unterstützer: Gleich nach der Ankündigung hat die Matrix.org Foundation, unter deren Ägide die Entwicklung der Instant-Messenging-Plattform Matrix steht, den FOSDEM-Veranstaltern das eigene Know-How sowie praktische Unterstützung beim Aufbau der Online-Infrastruktur angeboten.

Auch dieses Jahr wird am 6. und 7. Februar die jährliche Free and Open Source Developers Meeting (FOSDEM) stattfinden, eine der größeren Konferenzen rund um Open-Source-Software und Linux in Europa. Reserviert sind für die 8000 bis 9000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer üblicherweise mehrere Gebäude der Freien Universität Brüssel.

Obwohl Matrix.org bislang hauptsächlich mit der Entwicklung des Messengers beschäftigt war, hat die Stiftung laut eigenen Angaben im Jahr 2020 zwangsläufig viel praktische Erfahrung mit dem Aufbau von Online-Communitys gesammelt. Als Beispiele gibt Matrix.org die erfolgreiche Realisierung der Online-Konferenz "Hackers On Planet Earth" (HOPE) im vergangenen August an sowie die Fortschritte beim Aufbau des "Project Phoenix" des deutschen IT-Dienstleisters Dataport, der bis zu 500.000 Arbeitsplätze in Behörden per Matrix und dem Client Element verbinden soll.

Nachdem bis zur FOSDEM 21 nicht mehr viel Zeit ist, laufen nach dem Zwischenbericht von Matrix.org auch die technischen Vorbereitungen auf Hochtouren: Die Community-Server unter fosdem.org werden von Element als Matrix-Server gehostet und stellen zusammen mit einem eigenen Elementen-Client im Web und für unterstützte Endgeräte das Rückgrat der nächsten FOSDEM dar. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer können damit, ohne einen Account zu erstellen, auch im Nur-Lesen-Modus den Talks folgen. Bridges zu IRC- und XMPP-Servern öffnen dabei alternative Wege zu Talks und sollen Usern erlauben, ihre dort bestehenden Accounts zu verwenden.

Alle Talks sollen dieses Jahr im Vorfeld aufgezeichnet werden, um das Risiko von technischen Problemen zu minimieren. Aber es wird eine angehängte Fragestunde als Live-Stream geben. Dazu kommt eine Jitsi-Instanz und WebRTC zum Einsatz, sowie ein jeweils individueller Chatroom für Fragen und Diskussionen. Eigene Widgets sollen Jitsi und eine Programmübersicht und den Matrix-Chat integrieren.

Für Aussteller gibt es dieses Jahr auf Wunsch auch jeweils einen Chatroom plus Jitsi, um den virtuellen Besuchern mehr zu zeigen als Präsentationen und aufgezeichnete Videos. Wo immer möglich will Matrix die Einrichtung der voraussichtlichen hunderten Chaträume mit einem derzeit entwickelten Matrix-Bot automatisieren und mit dem offiziellen Programm der FOSDEM 21 abgleichen. Matrix.org hat einige offene Punkte, die noch Hilfe und ehrenamtliche Mitarbeit gebrauchen könnten, am Ende des Zwischenberichts im Blog der Foundation aufgelistet.

(tiw)