FTTH: Telekom öffnet ihr Glasfasernetz für Telefónica

Die Wettbewerber verlängern ihre Zusammenarbeit im Festnetz und weiten sie auf Glasfaser aus. Telefónica kann damit FTTH-Anschlüsse der Telekom vermarkten.

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Verteiler der Telekom für Glasfaseranschlüsse.

(Bild: heise online/vbr)

Von
  • Volker Briegleb

Die Deutsche Telekom und Telefónica Deutschland verlängern ihre Zusammenarbeit im Festnetz und weiten sie auf Glasfaseranschlüsse aus. Im Rahmen der seit 2013 bestehenden Kooperation kann Telefónica Internetanschlüsse auf dem Netz der Telekom unter der eigenen Marke O2 anbieten.

Mit der Erweiterung, die im Frühjahr 2021 in Kraft treten soll, schließt das auch Telekom-Glasfaseranschlüsse mit bis zu einem 1 Gbit/s ein. Die neue Vereinbarung soll zehn Jahre laufen, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Das Festnetzangebot von Telefónica beruht fast ausschließlich auf der Vermarktung der Anschlüsse von anderen Netzbetreibern. Bisher hat Telefónica nur VDSL/Vectoring-Anschlüsse der Telekom vermarktet. Nun öffnet die Telekom erstmalig ihr Glasfasernetz für einen Partner, der so auch FTTH-Anschlüsse anbieten kann. Parallel hat Telefónica Vereinbarungen mit den Kabelnetzbetreibern Vodafone und Tele Columbus getroffen, hier dürften erste Angebote bald den Markt beleben. Die spanische Konzernmutter Telefónica hat darüber hinaus eigene Glasfaserpläne für Deutschland.

Abmachungen wie die zwischen Telekom und Telefónica bieten Vorteile für beide Seiten. Die Telekom kann die Auslastung ihrer Netze langfristig sichern, während Telefónica sein Produktportfolio mit Festnetzanschlüssen abrunden kann. "Die langfristige Kooperation mit der Deutschen Telekom gibt uns Planungssicherheit", erklärte Telefónica-CEO Markus Haas. "Unseren O2-Kunden können wir künftig vor allem in Großstädten einen Zugang zum Glasfasernetz anbieten."

"Das ist ein wegweisender Deal für den Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in Deutschland über das nächste Jahrzehnt", sagte der scheidende Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner. "Die Telekom steht für offene Netze und Kooperationen. Und das betonen wir mit diesem breiten Kooperationsvertrag. Wir sichern mit diesem Vertrag die Auslastung unseres Breitbandnetzes. Und wir erhalten finanzielle Mittel, die wir in den Ausbau unserer Netze reinvestieren."

Die Vereinbarung soll Anfang 2021 in Kraft treten. Die Bundesnetzagentur muss noch zustimmen. Dabei wird es aber wohl nur um die Ausgestaltung der Details gehen: Die Regulierungsbehörde zeigte sich bereits wohlgesonnen: "Das ist ein gutes Signal für weitere Kooperationen zwischen den Marktakteuren", erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Ich hoffe, dass sich der Open-Access-Gedanke durchsetzt und es daher nunmehr auch in anderen Konstellationen zu freiwilligen Vereinbarungen über die Mitnutzung der jeweiligen Netze kommen wird – auch wenn die Positionen dort derzeit noch etwas weiter auseinanderliegen."

(vbr)