Face ID und Touch ID sollen Web-Logins sicherer machen

Apple-Nutzer können sich bald biometrisch bei Web-Diensten anmelden. Apple will Multi-Faktor-Authentifizierung so alltagstauglich machen.

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Von
  • Leo Becker

Apple bringt die biometrischen Authentifizierungssysteme Face ID und Touch ID ins Web. Nutzer von Apple-Hardware mit Fingerabdruckscanner oder Gesichtserkennung können sich bei unterstützten Web-Diensten damit künftig per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung anmelden. Apple setzt dafür auf den Web-Standard WebAuthn (Web Authentication).

Voraussetzung dafür ist die Verwendung von Safari 14 in iOS respektive iPadOS 14 und macOS Big Sur. In älteren macOS-Versionen unterstützt Safari 14 die biometrische Authentifizierung offenbar nicht.

Wollen Websites Face ID oder Touch ID zur Anmeldung nutzen, soll dieser Dialog erscheinen.

(Bild: Apple)

Man mache diese bequeme Login-Methode damit auf über einer Milliarde Apple-Geräte verfügbar und gehe entsprechend von einer flotten Verbreitung aus, wie der Hersteller im WebKit-Blog mitteilte. Die Technik mache eine Multi-Faktor-Authentifizierung allgegenwärtig und solle so das oft unsichere, alleinstehende Passwort ablösen und zur "De-Facto-Authentifizierungmethode" werden, schreibt Apple. Jeder Anmeldevorgang ist durch zwei Faktoren geschützt, das verwendete Gerät sowie die biometrisch geprüfte Identität.

Entwickler und Dienste-Anbieter müssen die Authentifizierungsmethode implementieren, dafür hat das Unternehmen detaillierte Code-Beispiele und Umsetzungsvorschläge veröffentlicht.

Auch Apples optionaler "Apple Anonymous Attestation"-Dienst startet nun, er soll das Anmelden bei besonders abgesicherten Diensten erlauben und zugleich den Datenschutz wahren. Das zur Anmeldung genutzte Gerät könne über diesen Dienst seine Echtheit bestätigen.

Apple setzt damit nach langem Zögern inzwischen umfangreich auf FIDO 2: Neben der biometrischen Anmeldemöglichkeit hat der Konzern auch den erst Ende 2019 eingeführten Support für Sicherheitsschlüssel in iOS 14 mit PIN-Eingabe und Account-Auswahl weiter ausgebaut.

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Die FIDO-Allianz hofft durch Apple auf eine schnellere Verbreitung: Der iPhone-Konzern sei gut darin, seine Nutzer über neue Techniken zu unterrichten, hieß es im Sommer bei der Vorstellung von Face ID und Touch ID für das Web auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Seit Frühjahr ist auch Apple Mitglied der Allianz.

(lbe)