FaceTime im Browser: Apples Betatest für plattformübergreifende Videokonferenzen

Android- und Windows-Nutzer können erstmals an FaceTime-Videokonferenzen teilnehmen – aber nur auf Einladung hin.

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FaceTime iOS 15

Für iOS 15 geplante FaceTime-Funktionen wie gemeinsames Musikhören wird im Browser nicht unterstützt.

(Bild: Apple)

Von
  • Leo Becker

Apple hat mit dem Betatest von FaceTime im Web begonnen: Der Videochat-Dienst lässt sich nun im Browser nutzen und erlaubt so auch eine Teilnahme von einem Windows-PC oder Android-Smartphone aus. Bislang war FaceTime auf Apple-Geräte beschränkt. Auch die Kommunikation über den Browser soll durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sein, wie Apple in der vergangenen Woche auf der Entwicklerkonferenz WWDC ankündigte.

Die Web-Version von FaceTime funktioniert passiv: Windows- und Android-Nutzer können keinen Video-Call selbst einleiten, sondern benötigen einen Einladungs-Link, über den sich an einer Videokonferenz teilnehmen lässt. Solche Links lassen sich über die Betas von iOS 15, iPadOS 15 und macOS 12 Monterey erstellen. Die neuen Betriebssystemversionen sollen im Herbst erscheinen.

Eine Apple-ID respektive ein FaceTime-Account sind zur Teilnahme an Videochats nicht erforderlich, es reicht der Link. Ähnlich wie bei Zoom geben Teilnehmer im Browser lediglich einen Namen ein und können dann gewissermaßen anklopfen. Andere Teilnehmer der Videokonferenz auf Apple-Hardware können den Anklopfenden dann hereinbitten und jederzeit wieder rauswerfen, wie Entwickler berichten – eine Schutzfunktion, die offensichtlich Zoom-Bombing von Beginn an möglichst verhindern soll. Erweiterte Tools wie etwa einen Meeting-Code oder ein einzugebendes Passwort gibt es bislang nicht.

Die Web-Version von FaceTime beschränkt sich auf Basisfunktionen wie die Auswahl von Kamera und Mikrofon und Stummschaltung, zudem lässt sich die neue Rasteransicht für Videochats mit vielen Teilnehmern aktivieren. Sonderfunktionen wie Effekte, Text und Bildschirmfreigabe bleiben der FaceTime-App auf Apples Systemen vorbehalten. Derzeit ist ein Chromium-basierter Browser wie Google Chrome oder Microsoft Edge Voraussetzung zur Nutzung von FaceTime im Web, Firefox wird nicht unterstützt.

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Apple macht damit erstmals einen seiner Kommunikationsdienste plattformübergreifend verfügbar – wenn auch nur eingeschränkt. FaceTime sollte ursprünglich ein "offener Branchenstandard" werden, wie Steve Jobs bei der Einführung vor zehn Jahren versprach, sehr zur Überraschung des eigenen Teams – daraus ist zumindest nichts geworden. Firmeninternen E-Mails zufolge war bei Apple auch eine Öffnung von iMessage für Android im Gespräch, wurde letztlich aber aus geschäftlichen Gründen abgeschmettert.

(lbe)