Facebook: Apple-Regeln führen zu minderwertigen iPhone-Apps

Facebook Gaming streicht Funktionen, um aufs iPhone zu dürfen. Apples Vorgaben würden Gamern wie Entwicklern schaden und Innovation hindern, so Facebook.

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Apple hat seinen Spiele-Abo-Dienst Arcade prominent in den App Store integriert.

(Bild: dpa, Andrea Warnecke/dpa)

Von
  • Leo Becker

Facebook stimmt in die wachsende Kritik an Apples App-Store-Vorgaben ein. Das soziale Netzwerk musste offenbar zentrale Funktionen seiner neuen Facebook-Gaming-App entfernen, um diese auf iPhone und iPad bringen zu dürfen.

Man habe aufgrund von Apples Vorgaben leider die "komplette Spielfunktionalität" aus der iOS-Version entfernen müssen, erklärte Facebooks COO Sheryl Sandberg in einer Mitteilung gegenüber US-Medien am Freitag. iOS-Nutzer hätten dadurch ein im Vergleich zur Android-App "minderwertiges Erlebnis", betonte die Managerin.

Vorausgehenden Berichten zufolge versuchte Facebook über mehrere Monate, seine Gaming-App zu Apples Regeln konform zu machen – scheint damit aber gescheitert zu sein. Die iOS-Version, die am Freitag erscheinen soll, konzentriert sich deshalb auf das Ansehen von Spiele-Streams und das Vernetzen mit anderen Gamern, verzichtet aber auf ein Spieleangebot. Apple störte sich offenbar daran, dass die Spiele in der Facebook-App in einer "Laden-artigen Oberfläche" angeboten wurden – solche "App Stores" innerhalb von Apps lässt Apple nicht zu.

Kurz zuvor hatte schon Microsoft Apple kritisiert, weil Cloud-Streaming-Dienste gegen das komplexe Regelwerk des iPhone-Konzerns verstoßen – und somit der Microsoft-Dienst xCloud zwar auf Android, aber nicht auf iPhone und iPad starten kann. Auch andere Cloud-Streaming-Dienste wie Google Stadia sind nach Apples derzeitigen Regeln nicht als App zulässig. Apples Vorgehen schade sowohl Gamern als auch Spieleentwicklern und hindere Innovationen wie Cloud-Gaming auf Mobilgeräten, betonte Facebooks Gaming-Chef gegenüber The Verge. Dies sei ein "geteiltes Leid" der gesamten Spielebranche.

Mehrere Firmen mit Gaming-Apps würden sich vor dem App Store inzwischen "scheuen", berichtet die New York Times, weil Apple die Konkurrenten einfach nicht reinlasse. Spiele mit In-App-Käufen gelten als einer der größten Umsatzbringer für Apples zunehmend wichtiges Dienstegeschäft, der Konzern betreibt mit Arcade inzwischen zudem einen eigenen Spieledienst, der prominent in den App Store integriert ist.

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(lbe)