Facebook: Bericht zu beliebten Inhalten nach Kritik doch veröffentlicht

Der Social-Media-Konzern veröffentlicht jetzt auch Transparenzbericht über weitverbreitete Inhalte in den USA zum ersten Quartal — nach öffentlichem Druck.

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(Bild: TY Lim/Shutterstock.com)

Facebook hatte einen Bericht über weitverbreitete Inhalte in den USA für das erste Quartal erstellt, diesen aber anfangs nicht veröffentlicht, vorgeblich um "wichtige Korrekturen" vorzunehmen. Nach der Kritik an mangelnder Transparenz wurde die Übersicht zu den meistgesehenen Inhalten schließlich doch veröffentlicht. Vergangene Woche ist außerdem der laut Facebook erste Vierteljahresreport zu den am weitesten verbreiteten Inhalten veröffentlicht worden, jedoch für das zweite Quartal.

Auf Twitter hat Andy Stone, Facebooks Policy Communications Manager, Stellung zu den Behauptungen genommen, das Unternehmen habe den Bericht zurückgehalten, weil er nicht besonders günstig ausgefallen sei. Demnach wurde der Bericht nicht veröffentlicht, weil "wichtige Korrekturen" nötig gewesen seien. Eine nähere Erläuterung, um welche Korrekturen es sich handelt, gab es allerdings nicht.

Laut interner E-Mails, die der New York Times zugespielt wurden, sind offenbar andere Gründe für die Zurückhaltung des Berichts verantwortlich. So etwa der im Bericht aufgeführte, am meisten auf Facebook angesehene Artikel-Link, der die Frage aufwirft, ob ein Arzt aufgrund der Injektion des Covid-19-Impfstoffs von Biontech/Pfizer gestorben sei. In einem späteren Update des Artikels wird zwar darauf hingewiesen, dass es laut des gerichtsmedizinischen Befunds nicht genug Beweise dafür gibt, dass der Tod durch den Impfstoff verursacht wurde. Diese Information sei jedoch weniger oft zur Kenntnis genommen worden als die ursprüngliche Information.

Neben dem bereits erwähnten Link gibt es aber noch andere Themen, die für die Nutzer von Interesse waren. Zu den am meisten aufgerufenen Domains gehörten demnach youtube.com und unicef.org. Zu den am häufigsten aufgerufenen Facebook-Seiten gehört die Seite von UNICEF und der am meisten angesehene Post beinhaltet eine virtuelle Mars-Tour.

Für das zweite Quartal gehören zu den am meisten aufgerufenen Domains neben youtube.com jetzt auch amazon.com, zu den beliebtesten Links zählt auch eine Seite, die Cannabidiol-Produkte anbietet und eine Seite von UNICEF, auf der es um COVID-19 in Indien geht.

Der Bericht für das zweite Quartal ist bereits am 18. August, also vor dem Bericht zum ersten Quartal, auf transparency.fb.com bereitgestellt worden. Der "Content-Transparency-Report" des ersten Quartals kann über einen auf Twitter verfügbaren Dropbox-Link heruntergeladen werden. Warum Facebook angefangen hat, Transparenzberichte zu veröffentlichen, bleibt unklar.

Ende Mai veröffentlichte die EU-Kommission Leitlinien gegen Desinformation und forderte die Offenlegung der Empfehlungssysteme sozialer Netzwerke. Immer wieder hagelte es Kritik, insbesondere an den auf Facebook verbreiteten Posts. Falsche Informationen in Bezug auf die Corona-Impfungen müssten laut Psaki, der Sprecherin des Weißen Hauses, schneller entfernt werden. US-Präsident Biden hatte gesagt, dass "Facebook Menschen tötet", ist später aber zurückgerudert und verdeutlichte, dass er hoffe, dass das Unternehmen mehr gegen die "ungeheuerliche" Fehlinformation über die Corona-Impfstoffe auf seiner Plattform tun werde.

(mack)