Facebook: Fake-Kampagnen in Afrika attackierten sich gegenseitig

Mehrere Netzwerke von inauthentischen Accounts hatten laut Facebook Menschen in Afrika im Visier. Gesteuert wurden sie aus Russland und Frankreich.

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(Bild: dolphfyn/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Facebook hat Netzwerke von Accounts entfernt, denen koordiniertes inauthentisches Verhalten vorgeworfen wird und die sich gegenseitig attackiert haben sollen. Die miteinander konkurrierenden Desinformationskampagnen konzentrierten sich demnach auf die Zentralafrikanische Republik und hatten ihren Ursprung in Frankreich und Russland, erklärt das soziale Netzwerk.

Es sei das erste Mal, das man solche Netze entdeckt habe, die aktiv miteinander interagiert und sich beispielsweise gegenseitig vorgeworfen hätten, "fake zu sein". Die Verantwortlichen in Frankreich nutzten demnach falsche Accounts, während die aus Russland gesteuerten Kampagnen lokale Nutzer einspannten.

Während solche Vorwürfe an Russlands Adresse nicht neu sind, ist der in Richtung Frankreich außergewöhnlicher. Die Hintermänner hatten zwar versucht, ihre Identität zu verschleiern, Facebook hat nach eigenen Angaben aber Verbindungen zu Individuen im französischen Militär gefunden. Insgesamt handelt es sich um mehrere Dutzend Accounts auf Facebook und Instagram. Einige dazu nun veröffentlichte Einträge richten sich direkt gegen Russlands Außenpolitik. Aus Frankreichs Verteidigungsministerium gab es bislang keinen Kommentar. Der Fokus der Kampagne habe auf der Zentralafrikanischen Republik und Mali gelegen, andere ehemalige französische Kolonien im Norden Afrikas seien aber ebenfalls Ziele gewesen.

Einige Hundert gesperrte Accounts auf Facebook und Instagram rechnet Facebook derweil Russland zu und dort Individuen mit früheren Verbindungen zur Internet Research Agency, die mit versuchten Angriffen auf die US-Präsidentschaftswahlen 2016 in Verbindung gebracht wird. Hier hat das soziale Netzwerk auch ermittelt, dass mehrere Zehntausend US-Dollar für Werbung auf Facebook ausgegeben wurde. Auch hier hat Facebook Beispiele veröffentlicht, die sich direkt gegen Frankreich richten. Das Netzwerk hat nach eigenen Angaben auch Beispiel dafür, dass Accounts in den gegnerischen Netzwerken einander als Freunde hinzugefügt und sich gegenseitig kommentiert hätten.

Facebook veröffentlicht inzwischen mit großer Regelmäßigkeit Informationen zum Vorgehen gegen unerwünschte Aktivitäten auf der eigenen Plattform, die auch immer wieder mehr oder weniger direkt Nationalstaaten zugeschrieben werden. Erst vor wenigen Tagen hatte der US-Konzern über das Vorgehen gegen zwei Gruppen in Vietnam und Bangladesch informiert, die die Infrastruktur zur Verbreitung von Malware und zum Hacken von Accounts genutzt hätten. Ziel waren demnach unter anderem Menschenrechtsaktivisten, ausländische Regierungen und Medien.

(mho)