Facebook, Instagram und Whatsapp werden noch mehr zu Shopping-Apps

Bald soll KI die Produkte eines jeden Bildes erkennen können und das passende Angebot raussuchen: Facebooks Plattformen bekommen mehr Shopping-Funktionen.

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(Bild: Facebook Blogbeitrag)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Shop, Shop, Shopping: Facebooks soziale Netzwerke werden immer mehr zu Online-Handelsplattformen. Mittels Künstlicher Intelligenz soll das Einkaufserlebnis nun noch besser werden – und damit freilich noch leichter das Geld fließen. Mark Zuckerberg selbst teilt gleich mehrere Beiträge und Kommentare dazu auf seinem Profil und erklärt, welche Funktion er selbst nutzt.

Zwar lassen sich bei Instagram bereits alle Produkte mit den jeweiligen Marken und Herstellern verlinken, sollte dies aber mal nicht geschehen sein, müssen Suchende nun nicht mehr den Beitragsersteller in den Kommentaren fragen, sondern können Instagram Visual Search nutzen. Da lässt sich Zuckerberg glatt zu dem Witz hinreißen, dass er, der nur graue Shirts trägt, die Funktion nutzt, um mehr graue T-Shirts zu finden.

Laut eines Blogbeitrags soll Facebooks Künstliche Intelligenz (KI) die größte Social-Media-Einkaufsplattform erschaffen, auf der Milliarden Produkte ge- und verkauft werden können. Die Erkennungsfunktion ist nur ein Teil dessen. An ihr arbeitet Facebook schon länger, entwickelt wurde sie unter dem Namen GrokNet. Noch hat sie Grenzen: Nicht das gesamte Web kann durchsucht werden, erstmal gilt das für ähnliche Waren aus dem Katalog des Verkäufers.

Bald soll aber ein Tippen auf das Bild reichen, um Produkte angezeigt zu bekommen. GrokNet identifiziert zunächst die Produkte auf einem Bild und unterteilt sie in Produktgruppen, etwa Sofa, darauf folgen der Style und die Farbe und die Suche geht los. Die Technik wird bereits auf dem Facebook Marketplace eingesetzt. Dort soll sie helfen, Suchanfragen wie etwa "Midcentury modern Sofa" bestmöglich zu beantworten.

"Wenn KI es vorhersagen und verstehen kann, was auf jedem beliebigen Bild zu sehen ist, können Menschen eines Tages auch jedes Foto oder Video "shoppable" machen", klingt dann auch die Vision hinter der Funktion. Menschen finden dann leichter, was sie suchen, und Verkäufer können ihre Produkte leichter auffindbar machen.

Shops, Facebooks kürzlich eingerichteter Einkaufs-Dienst, zieht zudem bei WhatsApp und auf dem Marketplace ein. In ausgewählten Ländern soll es bald möglich sein, die eigenen Waren direkt via Shops in WhatsApp zu zeigen, kündigt Facebook an.

Mit Shops Ads Solutions sollen Shopping-Anzeigen ebenso personalisiert sein, wie alle anderen Inhalte bei Facebook. Es wird also kuratierte Produkte geben, geplant sind auch Promotions und andere Angebote für einzelne Personen. Für die Zukunft stellt Facebook auch Shopping-Erlebnisse mit Augmented-Reality in Aussicht.

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(emw)