Facebook: Kleine Firmen leiden wegen Apple

Mark Zuckerberg hat sich erneut kritisch zu Apples App-Tracking-Transparenz geäußert – obwohl das Unternehmen Rekordeinnahmen erzielt.

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Mark Zuckerberg kann sich über fast 30 Milliarden US-Dollar Umsatz im dritten Quartal freuen.

(Bild: Facebook)

Von
  • Ben Schwan

Facebook hat sich erneut über Apples seit Sommer geltende App-Tracking-Transparenz (ATT) beschwert, mit der die Nutzerverfolgung über mehrere Anwendungen hinweg von diesem per Opt-In zunächst genehmigt werden muss – was viele User naturgemäß nicht tun. Anlässlich der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens konnte sich Konzernchef Mark Zuckerberg einen Seitenhieb auf den iPhone-Hersteller nicht verkneifen.

Zwar hat das Unternehmen mit 29,01 Milliarden US-Dollar einen neuen Umsatzrekord verzeichnet, von dem 28,3 Milliarden aus Werbeeinnahmen stammen – ein Plus von 33 Prozent in den drei Monaten bis Ende September. Doch habe Facebook "mit Umsatzgegenwind in diesem Quartal" gekämpft, meinte Zuckerberg. Hier erwähnte der Facebook-Chef explizit Apples neuen Trackingschutz. Dieser habe sein Geschäft "negativ beeinflusst".

Allerdings nicht nur das: "Millionen kleiner Unternehmen" soll die Tracking-Transparenz betroffen haben, "in einer sowieso schon schweren wirtschaftlichen Zeit". Glücklicherweise gelinge es Facebook aber, "durch diesen Gegenwind zu navigieren". Zuckerberg kündigte dazu neue Investitionen an – womit er vermutlich neue Maßnahmen zur Umgehung des Trackingschutzes meinte. Facebook-COO Sherly Sandberg erwähnte Apple ebenso und sagte, Apples Änderungen würden den iPhone-Konzern bei seinem Werbegeschäft bevorteilen. Tatsächlich gibt es für letzteres erste Anzeichen – zumindest bei Suchreklame im App Store, die Apple komplett beherrscht.

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Zuvor hatte bereits Facebook-Konkurrent Snap mitgeteilt, er habe ungefähr 3 Millionen Dollar weniger Einnahmen wegen ATT gehabt. Snap-Chef Evan Spiegel sieht in Apples Vorgehen allerdings einen positiven Ansatz und sieht den neuen Trackingschutz insgesamt positiv.

Unterdessen überlegt die EU-Kommission, ob Werbetargeting grundsätzlich verboten werden sollte. Aktuell sieht die zuständige Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dies aber nicht. Kleinere Unternehmen mit geringen Budgets sollten die Möglichkeit behalten, ihre Kunden gezielt anzusprechen, hatte Vestager am Dienstag bei einem Pressegespräch in Berlin gesagt – erstaunlicherweise sehr nah an Facebooks Aussage.

(bsc)