Facebook druckt Geld wie noch nie

Die Coronavirus-Pandemie entpuppt sich für Facebook als gefundenes Fressen. Umsatz und Profite steigen in neue Höhen.

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Glaspalast, davor großes Schild mit Facebook-Daumen

Eingang zu Facebooks Europazentrale in Dublin (Archivbild)

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Gleich um ein Drittel hat Facebook seinen Umsatz im vierten Quartal 2020 steigern können. 28,1 Milliarden US-Dollar sind ebenso neuer Rekord wie der der Betriebsgewinn von 12,8 Milliarden Dollar (+44%) und der Reingewinn von 11,2 Milliarden Dollar (+53%). Der Konzern profitiert von der Coronavirus-Pandemie: User verbringen mehr Zeit online, kaufen mehr online ein, und geben derzeit weniger für Dienstleistungen und dafür mehr für Produkte aus. Und Produktwerbung ist Facebooks Stärke.

Facebook.com, Instagram, Whatsapp und Messenger hatten im Dezember insgesamt 3,3 Milliarden User. Facebook.com alleine hat es im Dezember auf 2,8 Milliarden User gebracht, wovon zwei Drittel sogar jeden Tag eingeloggt waren. Facebook.com-Nutzer haben dem Datenkonzern durchschnittlich Werbeeinnahmen von 3,38 US-Dollar pro Monat beschert. Hinzu kamen noch etwa zehn US-Cent andere Einnahmen, etwa aus Transaktionsgebühren.

Die Verteilung über die Erde ist jedoch sehr differenziert. Facebook-User in den USA und Kanada haben durchschnittlich 17,85 Dollar pro Monat eingebracht, jene in Europa 5,62 Dollar, und Nutzer in anderen Erdteilen nur um einen Dollar monatlich. Das geht aus den am Mittwochabend veröffentlichten Finanzzahlen Facebooks hervor.

In Summe kommen enorme Beträge zusammen. Im Gesamtjahr 2020 hat der Konzern 86 Milliarden Dollar umgesetzt (+21%), wovon 98 Prozent Werbeeinnahmen waren. Der Betriebsgewinn ist um 36 Prozent auf 32,7 Milliarden Dollar gestiegen, der Reingewinn gar um 58 Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar. Dennoch zahlt das Unternehmen weiterhin keine Dividende.

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Stattdessen hat der Verwaltungsrat den Rückkauf eigener Aktien (Typ A) im Wert von bis zu 25 Milliarden Dollar genehmigt. Dieses Budget kommt zu einem bereits zuvor genehmigten Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 34 Milliarden Dollar hinzu, wovon 8,6 Milliarden noch zur Verfügung stehen. Zum Jahreswechsel zählte Facebook 58.604 Mitarbeiter – 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Für die erste Hälfte des laufenden Jahres erwartet Facebook starkes Wachstum, zumal der Vergleichszeitraum 2020 durch pandemiebedingt reduzierte Werbeaktivitäten geprägt war. In der zweiten Jahreshälfte werden die Wachstumsraten voraussichtlich geringer ausfallen. Gegenwind erwartet der Datenkonzern von europäischem Datenschutz sowie in Form der Tracking-Warnung in Apps für Apples iPhones ab iOS 14.

(ds)