Facebook löscht Konten von ultrarechter US-Bürgermiliz nach Zusammenstößen
Facebook hat die Konten der ultrarechten Gruppe "Patriot Prayer" und ihres Anführers gelöscht. Vorausgegangen waren gewaltsame Zusammenstöße in Portland.
(Bild: dolphfyn/Shutterstock.com)
Das Unternehmen Facebook hat die Facebook- und Instagram-Konten der ultrarechten Gruppe "Patriot Prayer" aus den USA sowie ihres Anführers Joey Gibson gelöscht. Facebook beruft sich bei dem Schritt auf seine vor Kurzem veröffentlichte Ankündigung, verstärkt gegen "gefährliche Einzelpersonen und Organisationen" in seinen sozialen Netzwerken vorzugehen. Die Gruppe war vor einigen Tagen in die nationale Berichterstattung gelangt, als einer ihrer Unterstützer nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Gruppe und Teilnehmern antirassistischer Proteste in Portland im US-Bundesstaat Oregon zu Tode kam.
Verschärftes Vorgehen gegen Gewaltverherrlichung
Damit reagiert Facebook erneut und relativ rasch auf Gruppen, die gegen die Hausrichtlinien verstoßen, insbesondere gewalttätige Bürgermilizen ("violent social militias") wie "Patriot Prayer". Mit dem im letzten Monat angekündigten verschärften Vorgehen will Facebook verstärkt Seiten, Gruppen und Instagram-Konten löschen, die zwar nicht direkt zu Gewalt aufrufen, aber Gewaltakte gutheißen oder den Einsatz von Waffengewalt andeuten. Im Zuge dieser Verschärfung hatte Facebook unter anderem Inhalte der verschwörungstheoretischen Gruppe QAnon sowie einiger linker Antifa-Gruppen gelöscht.
Die ultrarechte Gruppe "Patriot Prayer", die sich selbst als christlich bezeichnet, für freies Waffentragen eintritt und Präsident Trump unterstützt, war in der Vergangenheit gemeinsam mit extrem rechten und Neonazi-Gruppen aufgetreten und provoziert vornehmlich Konfrontationen mit Gegnern, besonders in Städten oder Stadtteilen in den USA, in denen eher linke oder liberale Ansichten vorherrschen.
(tiw)