Facebook löscht wieder Inhalte, auch eine große QAnon-Gruppe

Im Juli hat Facebook wieder hunderte Inhalte gelöscht, hinzu kommt nun auch eine Gruppe mit etwa 200.000 QAnon-Anhängern.

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(Bild: Thomas Andre Fure/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Facebook hat laut seinem monatlichen Statusbericht wieder hunderte Seiten, Konten und Gruppen in dem sozialen Netzwerk und auf Instagram gelöscht. Sie verstießen gegen die Richtlinien, mit denen Facebook "Coordinated Inauthentic Behaviour" untersagt, begründet das Unternehmen die Maßnahmen. Damit sind Personen oder Organisationen gemeint, die koordiniert Nachrichten streuen, um andere Nutzer zu manipulieren.

Neben der Auflistung, aus welchen Regionen was für Gruppierungen agiert haben, hat Facebook nun auch eine Gruppe mit etwa 200.000 QAnon-Anhängern gelöscht, berichtet der Spiegel. Ein Sprecher habe bestätigt, dass die öffentliche Gruppe "Q/Qanon" nach wiederholten Verstößen gegen die Unternehmensrichtlinien entfernt wurde. Zunächst habe man Einzelpostings entfernt, weil diese die Grenzen zu Mobbing, Belästigung, Hassrede und Falschinformationen überschritten hatten. Zudem überwache Facebook weitere QAnon nahe Gruppen.

Die Bewegung verbreitet vor allem in den USA Verschwörungstheorien und behauptet, das Land würde von einer kriminellen Organisation gesteuert, der unter anderem Bill Gates, Barack Obama und George Soros vorstehen. Die Mitglieder dieser Gruppierung sind oft antisemitisch. Viele unterstützen US-Präsident Donald Trump. Die Bezeichnung QAnon bezieht sich auf eine Entität "Q", die geheime Informationen über einen angeblich geplanten Staatsstreich gegen Trump haben will.

Facebook hatte bereits kleinere Gruppen von QAnon-Anhängern gelöscht und weitere Schritte angekündigt. Auch Twitter entfernte kürzlich etwa 7000 Konten, die im Zusammenhang mit Verschwörungstheorien standen. Inhalte, die zu dem Themenkomplex passen, sollen nicht mehr in den Trends oder der Suche auftauchen, Links mit Bezügen werden geblockt.

Die wegen des koordinierten Verhaltens entfernten Inhalte stammen laut Facebook aus Rumänien, dem Irak, der Schweiz, Yemen und der Demokratischen Republik Kongo sowie von einer weltweit agierenden Gruppe. Insgesamt wurden 798 Facebook-Konten, 259 Instagram-Konten, 669 Seiten und 69 Gruppen gelöscht.

(emw)