Facebook schiebt "echte Nachrichten" in Newsfeeds nach vorn

Das Soziale Netzwerk priorisiert nun unter anderem Nachrichten, deren Urheber nachvollziehbar sind. So will Facebook "glaubwürdigere Nachrichten" verbreiten.

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Facebook schiebt

Stilisierter Facebook-Newsfeed auf einem Mobilgerät.

(Bild: Facebook)

Von
  • Andreas Wilkens

Originalberichte und Nachrichten mit nachvollziehbarem Urheber sollen in Facebooks Newsfeeds künftig weiter vorn stehen. Dazu will der Betreiber des Sozialen Netzwerks mehrere Artikel zu einem Thema betrachten und jene heraussuchen, die am häufigsten als Originalquelle genannt werden. Das soll zunächst nur mit englischsprachigen Nachrichten geschehen, später sollen andere Sprachen folgen.

Das bedeutet nun nicht, dass die derart priorisierten Nachrichten immerzu obenauf im Newsfeed schwimmen werden. Weiterhin sollen die meisten Nachrichten im Newsfeed aus Quellen stammen, denen Nutzer selbst oder ihre "Freunde" folgen, erläutert Facebook. Falls Verlage mehrere Nachrichten teilen und im Newsfeed eines Nutzers zu sehen sind, sollen die "originaleren" bevorzugt werden, damit sie besser verbreitet werden. Die "ursprüngliche Berichterstattung" herauszufinden sei komplex, daher wolle Facebook "weiterhin mit Verlagen und Wissenschaftlern zusammenarbeiten, um diesen Ansatz im Laufe der Zeit zu verfeinern".

Gegen die Verbreitung von gefälschten Nachrichten, also Fake News, hat Facebook bisher Faktenprüfer eingesetzt. "Community reviewers" prüfen zunächst von lernenden Maschinen aufgespürte potenzielle Fehlinformationen nach und legen ihr vorläufiges Urteil den eigentlichen Faktenprüfern vor. Facebook steht momentan unter Druck, weil sich bedeutende Werbekunden zumindest vorübergehend zurückgezogen haben, weil in dem Sozialen Netzwerk zu viel Hass verbreitet wird.

Mit diesem weiteren Schritt der "Verglaubwürdigung" seiner Newsfeeds reagiert Facebook nach eigenen Angaben auf Nutzerwünsche. Diese bevorzugten Nachrichten, die glaubwürdig und informativ sind. Die ursprüngliche Berichterstattung bezeichnet das Sozial Netzwerk als "wichtigen Journalismus", der zeitaufwändig sei und Fachwissen benötige. Er sei bedeutend für die Nutzer, und zwar in Form von der ursprünglichen Nachricht über die Aufdeckung neuer Fakten und Daten bis hin zu Hintergrundberichten und Aktualisierungen.

Im Gegenzug stuft Facebook Nachrichteninhalte, deren Urheberschaft nicht transparent sind, herab. Beispielsweise werden die Namen von Journalisten überprüft. Facebook hat nach eigenen Angaben festgestellt, dass Veröffentlichungen, die diese Informationen nicht enthalten, für die Leser häufig nicht glaubwürdig sind und oft Inhalte mit Clickbait oder von Anzeigenfarmen enthalten.

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Die Standards für "redaktionelle Transparenz" hat Facebook nach eigenen Angaben zusammen mit Organisationen wie dem Trust Project, der SOS Coalition und Reporter ohne Grenzen entwickelt. "Wir sind uns bewusst, dass Transparenz in einigen Bereichen Journalisten gefährden kann", betont Facebook. Daher werde das neue Prinzip nur in begrenzten Märkten angewendet.

(anw)