Facebook und Axel Springer sind sich einig: Globale Partnerschaft bei News

Mehr Inhalte der Medienmarken auf Facebook: Darauf haben sich Axel Springer und das soziale Netzwerk in einer Absichtserklärung geeinigt.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 44 Beiträge

(Bild: dolphfyn/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Aus Feind mach Freund: Axel Springer und Facebook sind sich einig. Das soll vor allem an Facebook News liegen, dem Nachrichtenbereich des sozialen Netzwerks, der noch diesen Monat eröffnet werden soll und für dessen Inhalte Facebook den Verlagen Geld bezahlt. Springer-Chef Mathias Döpfner spricht laut dpa von einem "Meilenstein".

Bisher waren sich der Verlag und das US-Unternehmen eher nicht so grün. Dabei ist es vor allem um Vorstellungen zum Urheber- und Leistungsschutzrecht gegangen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung zu der Springer/Facebook-Kooperation heißt es denn auch: "Ausdrücklich ausgenommen hiervon ist das zukünftige Presseleistungsschutzrecht." Unterzeichnet haben die beiden Parteien eine Absichtserklärung. Darin wird geregelt, dass vermehrt Produkte von Springer bei Facebook zu finden sein werden, vor allem im Bereich Facebook News. Über das Finanzielle schweigt man.

Zum Start werden Inhalte der Bild, Welt, des Business Insider und der Computer Bild auf Facebook zu finden sein. Auto Bild soll in Kürze folgen. In den USA vertiefe Springer die bestehende Kooperation von Insider mit Facebook. Wie Facebook es für seinen News-Bereich vorsieht, wird auch eine begrenzte Anzahl an Inhalten, die eigentlich hinter einer Bezahlschranke stehen, frei zugänglich gemacht. Kuratiert werden die Nachrichten von Upday, Springers Newsaggregator-Plattform.

"Die globale Kooperation ist ein strategischer Meilenstein für unser Haus und die ganze Branche. Das Verhältnis zwischen Inhalte-Anbietern und Plattformen ist nun für beide Seiten fairer und berechenbarer geworden", schreibt Döpfner in der Aussendung. Bisher war der Springer-Chef und Präsident der deutschen Zeitungsverleger eher dafür bekannt, Facebook und auch Google vorzuwerfen, das Verlegerrecht ausgehebelt zu haben. Demnach profitiere Springer nicht vom Traffic, den die beiden Unternehmen dem Verlag verschafften, stattdessen sei man abhängig davon.

Lesen Sie auch

Und auch Facebook-COO Sheryl Sandberg sagt: "Durch die Einführung von Facebook News und die globale Partnerschaft mit Axel Springer können wir den Menschen eine noch größere Auswahl an verlässlichen journalistischen Inhalten von einer Vielzahl an Medienmarken bieten."

Facebook News soll noch diesen Monat in Deutschland eingeführt werden. Ein genaues Datum ist bisher nicht bekannt. In den USA und Großbritannien läuft der Dienst bereits. Laut Facebook sind mehr als 100 Medienmarken mit dabei, darunter auch Heise Medien sowie zahlreiche große Verlage. Ähnlich läuft auch Googles News Showcase ab, auch hier zahlt Google den Verlagen Geld dafür, ihre Inhalte in einem separaten Bereich anbieten zu können. Hier ist Axel Springer bisher allerdings nicht dabei.

(emw)