Facebook will gezielter gegen Falschinformationen über den Holocaust vorgehen

Fake-News zum Holocaust will sich Facebook zukünftig mehr entgegenstellen. Das Netzwerk will unter anderem mit verlässlichen Informationen gegenhalten.

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(Bild: aboutholocaust.org)

Von
  • Kristina Beer

Facebook hat angekündigt zukünftig auch zum Holocaust auf verlässliche Informationen zu verweisen, wenn sich Menschen in dem sozialen Netzwerk über den Holocaust informieren wollen. Das Unternehmen möchte hiermit gegen Falschinformationen über den Holocaust und auch gegen die Holocaust-Leugnung und damit einhergehende Verschwörungsmythen vorgehen. Das teilte Facebook anlässlich des weltweiten Holocaust-Gedenktages am heutigen 27. Januar mit.

Wie das Unternehmen erklärte, wolle es sich der Parole "Never again" ("Nie wieder") stärker verpflichten, da der Antisemitismus und auch die Unkenntnis über den Holocaust weltweit belegbar – insbesondere auch unter jungen Menschen – zunehme. Das soziale Netzwerk wolle deshalb dazu beitragen, dass Nutzerinnen und Nutzer leichter erfahren können, wie es zu der systematischen Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden und Menschen anderer marginalisierter Gruppen durch Nationalsozialisten und Verbündete kam.

Facebook erweitert damit seine Palette an Links zu verlässlichen Informationen, die angezeigt werden, wenn zu einem Thema viele Falschinformationen und Verschwörungsmythen in Umlauf gebracht werden. Das Netzwerk geht zum Beispiel auf ähnliche Weise gegen Falschinformationen zur menschengemachten Klimaerhitzung, der Erkrankung Covid-19 oder auch gegen Fake-News zu den Coronavirus-Impfungen vor. Dafür verweist es auf teils eigens angelegte Informationszentren, die Informationen von Expertinnen und Experten zum jeweiligen Thema oder Forschungsgegenstand bündeln.

Wenn der Begriff "Holocaust" gesucht wird, will Facebook ein Informationsangebot machen und auf gesicherte Informationen zum Holocaust verweisen

(Bild: Facebook)

Das Netzwerk versucht zudem seit einiger Zeit Nutzerinnen und Nutzer dabei zu unterstützen, leichter die Aktualität und Seriösität von Nachrichten feststellen zu können. Facebook hatte solche Maßnahmen allerdings stets erst nach jahrelanger und großer Kritik an seinem Community-Management und der großen Verbreitung von Falschnachrichten vorgenommen.

Das 2004 gegründete Unternehmen verweist darauf, dass die Holocaust-Leugnung im Oktober 2020 auch in den Nutzungsbedingungen des Netzwerks verboten wurde. Die Verweise auf verlässliche Informationen zum Holocaust werden zunächst in englischsprachigen Ländern eingeführt – hier wird unter anderem die Seite aboutholocaust.org angesteuert, die von der UNESCO und dem Jüdischen Weltkongress initiiert wurde. In den kommenden Monaten sollen die Informationsseiten und Verweise dann auch für anderssprachige Länder eingeführt werden.

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(kbe)