Facebook wird Platin-Mitglied der Linux Foundation

Das Unternehmen nutzt nicht nur Open Source, sondern hat selbst zahlreiche quelloffene Projekte wie React und PyTorch veröffentlicht.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 21 Beiträge

(Bild: Derick Hudson/Shutterstock.com)

Von
  • Rainald Menge-Sonnentag

Die Linux Foundation begrüßt Facebook als ihr jüngstes Platin-Mitglied. Ganz frisch ist das Unternehmen allerdings nicht dabei, da seine Open-Source-Gruppe bereits seit geraumer Zeit Gold-Mitglied ist. Mit der höchsten Stufe ist ein Platz im Vorstand der Stiftung verbunden, den die Leiterin der Open-Source-Abteilung bei Facebook, Kathy Kam, einnimmt.

Facebook ist das fünfzehnte Platin-Mitglied der Linux Foundation neben AT&T, Fujitsu, Google, Hitachi, Huawei, IBM, Intel, Microsoft, NEC, Oracle, Qualcomm, Samsung, Tencent und VMware. Kam trifft dort somit auf bekannte Unternehmen, da sie zuvor fünf Jahre bei Google und zwölf bei Microsoft gearbeitet hat und dort jeweils einen engen Draht zur Entwicklergemeinde für Android beziehungsweise Windows hatte.

Die öffentliche Wahrnehmung von Facebook ist durchaus gespalten: Zum einen steht das Unternehmen wegen des uneingeschränkten Sammelns und Nutzens von Daten, die es zudem nicht gut genug schützt, und dem Umgang mit politischen Falschaussagen und Hetze regelmäßig in der Kritik. Auf der anderen Seite engagiert es sich ebenso wie Google, IBM oder Microsoft in zahlreichen Open-Source-Projekten, was die Entwicklergemeinde durchaus zu schätzen weiß.

Zu den wohl bekanntesten Projekten gehören die JavaScript-Library React und das Cross-Plattform-Framework React Native sowie das Machine-Learning-Framework PyTorch als Herausforderer für das von Google vorangetriebene und ebenfalls quelloffene TensorFlow. Außerdem hat Facebook das Open Compute Project gegründet, das den Open-Source-Ansatz in die Hardwarewelt überträgt.

Darüber hinaus engagiert sich Facebook in einigen Projekten, die der Linux Foundation unterstehen, darunter Presto, GraphQL und das ML-Austauschformat ONNX.

Als weitere Projekte hebt der Beitrag einen Datensatz zum Enttarnen von Deepfakes und die damit verbundene Deepfake Detection Challenge sowie das Data-for-Good-Programm im Kampf gegen Covid-19 hervor.

Wie wohl alle anderen größeren Unternehmen nutzt und veröffentlicht Facebook Open-Source-Projekte, weil es offenbar daran glaubt, dass diese Art der Softwareentwicklung allen und damit auch dem Unternehmen selbst am meisten nützt. Laut dem Blogbeitrag der Linux Foundation zur Aufnahme als Platinmitglied hat Facebook bereits mehrere Millionen Dollar in die Open-Source-Entwicklung investiert.

(rme)