Facebooks Werbe-Tracking: Umbau wegen Apple geplant

Apples App-Tracking-Transparenz kostet das soziale Netzwerk Milliarden. Mit neuen Verfahren zur Nutzerverfolgung soll das ausgeglichen werden.

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Logo der Facebook-Mutter Meta.

(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Nach den schlechten Quartalszahlen und noch schlechteren Prognosen für die kommenden Monate hat Meta Platforms, die Mutterfirma von Facebook, nun vor, ihr Reklamesystem umzubauen. Grund dafür sind Apples Datenschutzmaßnahmen bei iOS, die das größte soziale Netzwerk der Welt laut dessen Angaben allein in diesem Jahr Milliarden US-Dollar kosten werden.

Die sogenannte App Tracking Transparency (ATT) fragt bei Nutzern nach, ob sie wünschen, dass eine App sie tracken kann – also auch über andere Apps und Websites hinweg. Viele User genehmigen dies nicht, was wiederum Facebook erschwert, passgenaue Werbung (Targeting) zu verkaufen – beziehungsweise deren Wirksamkeit zu messen. Dies verteuere das gesamte Geschäft.

Meta hatte in dieser Woche vor Analysten mitgeteilt, dass man insbesondere den iPhone-Hersteller für verringerte Profite im Weihnachtsquartal verantwortlich macht. Im aktuellen Geschäftsjahr erwartet der Konzern nun laut seinem Finanzchef Umsatzrückgänge in Höhe von zehn Milliarden Dollar wegen Apple.

Künftig plant Facebook nun, "einen Großteil unserer Anzeigeninfrastruktur umzubauen", damit wir "weiter wachsen und qualitativ hochwertige personalisierte Anzeigen ausliefern können", erklärte Konzernchef Mark Zuckerberg. Er nannte als weitere Problematik die zunehmenden Regulierungsbemühungen in Europa. "Es gibt einen klaren Trend, dass es weniger Daten gibt, um personalisierte Anzeigen auszuspielen."

Nähere Details dazu, wie Meta seine gigantische Reklamemaschinerie verändert wird, nannte Zuckerberg nicht. Es dürfte dazu verschiedene Ansätze geben. So könnte sich Facebook von Apples Werbe-ID verabschieden und ein eigenes System aufbauen – etwas, das Meta schon seit längerem plant. Das wiederum würde das Unternehmen jedoch in direkte Konfrontation mit dem iPhone-Hersteller bringen, der in seinen App-Store-Richtlinien explizit Ausweichmaßnahmen ausschließt und Unternehmen gegebenenfalls aus dem App Store verbannen könnte. Die Problematik erinnert an das schleichende Ende der Third-Party-Cookies in Browsern – diverse "Adtech"-Firmen suchen hier momentan nach Lösungen inklusive der großen Player wie Google. Schlimmstenfalls drohen Nutzern noch stärkere Eingriffe in ihren persönlichen Datenschutz, da zu aggressiveren Methoden wie etwa das sogenannte Fingerprinting von Geräten gegriffen wird, gegen das es kaum Ausweichmöglichkeiten gibt.

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(bsc)