Fachkräftemangel intern lösen? Chefs wissen nicht, was Angestellte drauf haben

Vorgesetzte haben oft wenig Einblick in die Fähigkeiten ihrer Teammitglieder. Das ist nicht nur frustrierend für Angestellte, sondern auch teuer für die Firma.

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(Bild: Charles-Edouard Cote/Shutterstock.com)

Von
  • Jonas Volkert

Chefs in Deutschland und Österreich wissen in vielen Fällen nicht, welche Aufgaben ihre langjährigen Angestellten gut bewältigen können. Das zeigt der "Industriereport Fachkräftemangel 2022" des Software-Anbieters Skilltree. Mit der Studie wolle er die "Rückseite des Fachkräftemangels und der Jagd nach Talenten" darstellen, teilte der Herausgeber mit.

Kaum einer der Vorgesetzten, die Teil der Untersuchung waren, wusste um alle Skills ihrer Angestellten: 6 Prozent konnten über 75 Prozent der Fähigkeiten der eigenen Mitarbeitenden nennen, weitere 28 Prozent wussten zwischen 50 und 75 Prozent der Skills. Jeder fünfte Chef wusste weniger als ein Viertel der Angestellten-Skills.

Das sei ein großes Problem, meint der Skilltree-Geschäftsführer Markus Skergeth. Während für Profiling und Bewerbersuchen zehntausende Euro ausgeben würden, "bekommt der eigene Mitarbeitende offensichtlich erst dann wieder einen Wert, wenn er das Unternehmen wechseln will und beim Wettbewerber der rote Teppich ausgerollt" bekäme. Gleichzeitig sinke so die Zufriedenheit der im Unternehmen befindlichen Angestellten wegen des subjektiven Gefühls mangelnder Wertschätzung. Das führe häufig direkt zum Wunsch nach einem Jobwechsel – der interne Fachkräftemangel wird durch mangelndes Wissen über die Fähigkeiten der Angestellten demnach doppelt befeuert.

Für die Studie "Industriereport Fachkräftemangel 2022" hat Skilltree insgesamt 250 Personalverantwortliche aus der Industrie in Deutschland und Österreich. Der vollständige Report hat der Software-Anbieter für Human Resources Software noch nicht veröffentlicht, die Teilergebnisse zur Skill-Kenntnis der Führungskräfte aber vorab bereitgestellt.

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(jvo)