Fahrdienste: Uber offenbar an Free Now interessiert

BMW und Daimler suchen nach Investoren für ihr Joint-Venture Free Now. Nun hat angeblich der US-Riese Uber Witterung aufgenommen.

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Fahrdienste: Uber offenbar an Free Now interessiert

(Bild: Free Now)

Von
  • Volker Briegleb

Der US-Mobilitätsdienstleister Uber zeigt einem Medienbericht zufolge Interesse an Free Now. Uber sei an einer Übernahme des gemeinsam von BMW und Daimler betriebenen Ridehailing-Dienstes interessiert, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Branchenkreise. Demnach gibt es offenbar Gespräche, die aber nicht zwingend in einem Verkauf enden müssen.

BMW und Daimler hatten ihre Mobilitätsdienste im vergangenen Jahr unter dem Dach der "Your Now" zusammengelegt, darunter die Carsharing-Anbieter Car2Go und Drive Now sowie die inzwischen zu Free Now umfirmierte Taxi-App MyTaxi, die sich über die Jahre zahlreiche europäische Taxivermittlungs-Apps einverleibt hat.

Free Now bietet neben der Vermittlung von klassischen Taxis auch Mietwagen-Fahrten an, zum Beispiel in Berlin. Damit begibt sich das Unternehmen in direkte Konkurrenz zum US-Riesen Uber, der in Deutschland trotz nachgewiesener Verstöße gegen das Personenbeförderungsgesetz und einiger gerichtlichen Verbote weiter operiert.

Beim Zusammenschluss von Car2Go und Drive Now hing der Himmel für BMW und Daimler noch voller Geigen. Die Partner setzten große Hoffnungen in ihr Joint Venture, dem große Wachstumschancen zugerechnet wurden. Doch erwies sich das Geschäft schwieriger als erwartet, es folgte der Rückzug aus zahlreichen Märkten. Das Coronavirus hat die Geschäfte zusätzlich belastet – und offenbar auch die Suche nach weiteren Investoren nicht leichter gemacht, wie Bloomberg berichtet.

Damit bietet sich für Uber eine Chance, seinen Marktanteil in Europa deutlich zu erhöhen. Ob es auf eine Übernahme oder eine Beteiligung herausläuft, ist noch völlig offen. Allerdings spricht Free Now nicht exklusiv mit Uber, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise. Die beteiligten Unternehmen wollten die Gerüchte nicht kommentieren.

(vbr)