"FarFarOut": Neuer fernster Himmelskörper im Sonnensystem bestätigt

Seit Jahren sucht eine Gruppe von Astronomen nach einem neunten Planeten am Rand des Sonnensystems. Dabei finden sie immer weiter entfernte Himmelskörper.

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Künstlerische Darstellung von FarFarOut

(Bild: NOIRLab/NSF/AURA/J. da Silva)

Von
  • Martin Holland

Mit einer maximalen Distanz von 175 Astronomischen Einheiten beziehungsweise fast 20 Milliarden Kilometern zur Sonne ist der Himmelskörper FarFarOut tatsächlich das am weitesten entfernte Objekt im Sonnensystem, das wir kennen. Das hat eine Gruppe von Forschern bestätigt, die seit Jahren nach einem neunten Planeten sucht und dabei immer weiter entfernte Himmelskörper am Rand des Sonnensystems findet.

Den vorläufig FarFarOut (englisch für "WeitWeitDraußen") getauften Himmelskörper hatten sie vor zwei Jahren entdeckt, seitdem haben sie seine genaue Bahn analysiert. Die Internationale Astronomische Union hat ihn jetzt auf 2018 AG37 getauft.

Für die Entdeckung verantwortlich ist erneut das Team um Scott Sheppard (Carnegie Institution for Science), David Tholen (University of Hawai‘i) und Chad Trujillo (Northern Arizona University). Sie suchenschon seit Jahren weit hinter dem Zwergplaneten Pluto nach einem neunten Planeten. Objekte wie Eris, "Kobold" (2015 TG387), "FarOut" (2018 VG18) und nun eben FarFarOut sind mehr als nur Nebenprodukte dieser Suche. Diese Himmelskörper kreisen in so großer Entfernung um die Sonne, dass sie nicht wesentlich durch die Gravitation der Gasriesen Jupiter und Saturn beeinflusst werden. Ihre Bahnen können Hinweise auf noch nicht entdeckte Objekte geben. Gleichzeitig kreisen sie so weit draußen, dass lange Beobachtungszeiten nötig sind, um ihre Orbits zu analysieren.

Mit dem Teleskop Gemini North auf Hawaii und den Magellan-Teleskopen in Chile haben die Forscher nun bestätigen können, dass FarFarOut tatsächlich den bisherigen Rekordhalter FarOut in Bezug auf die Distanz zur Sonne übertrumpft. Demnach ist das Objekt gegenwärtig 132 Mal so weit von der Sonne entfernt wie unsere Erde, entfernt sich aber auf bis zu 175 AE. Zum Vergleich, der Pluto kommt auf eine durchschnittliche Distanz von 39 AE. Auf seiner Bahn nähert sich FarFarOut der Sonne aber auch auf bis zu 27 AE an, das liegt sogar innerhalb der Bahn des Neptun. Mit dem Planeten werde er wohl in ferner Zukunft wieder interagieren. Für einen Umlauf um die Sonne braucht FarFarOut demnach etwa 1000 Jahre.

Die Wissenschaftler erklären noch, dass sie den Himmelskörper anhand der gesammelten Daten auf etwa 400 Kilometer Durchmesser schätzen. Sie geben sich optimistisch, dass es weiter draußen noch mehr bislang unentdeckte Himmelskörper gibt. Auch der Distanzrekord werde wohl wieder nicht lange Bestand haben (was sie hoffentlich bei ihrem System der Namensgebung im Hinterkopf bedenken). Sobald der Orbit noch besser bekannt ist, werde FarFarOut aber ohnehin auch einen richtigen Namen von der Internationalen Astronomischen Union bekommen.

(mho)