Fernseher boomen weiter: Preise gestiegen, auch wegen OLEDs

TVs verkauften sich auch 2021 deutlich besser als in Vor-Pandemie-Zeiten, der Durchschnittspreis stieg um 16 Prozent, über die Hälfte haben mindestens 55 Zoll.

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(Bild: Bruce Rolff/Shutterstock.com)

Von
  • Ulrike Kuhlmann

Nach dem Boom 2020 waren Fernseher im abgelaufenen Jahr 2021 weltweit etwas weniger gefragt. Nach Angaben der gfu Consumer & Home Electronics wurden hierzulande im abgelaufenen Jahr 5,9 Millionen Geräte und damit 20 Prozent weniger TVs verkauft als 2020. Das liegt allerdings auch an den ungewöhnlich hohen Verkaufszahlen im ersten Corona-Jahr: Gegenüber Vor-Pandemie-Zeiten wurden 2021 deutlich mehr TVs verkauft.

Die Marktbeobachter von Trendforce sehen als Grund für den geringeren weltweiten TV-Absatz gegenüber 2020 die rückläufigen Infektionszahlen – die Menschen konnten sich wieder freier bewegen, der Cocooning-Effekt und damit der Kaufanreiz für ein neues Fernsehgerät ließ nach.

Daneben machen sie für den Rückgang allerdings auch die gestiegenen Rohstoffpreise und höheren Frachtkosten verantwortlich, die die Hersteller auf die TV-Preise umlegen mussten. Dies habe sich in den geringeren Verkaufszahlen bei den beiden großen jährlichen Werbeaktionen -- in Europa und den USA Black Friday und in China Singles Day – gezeigt. Am Ende wurden laut Trendforce 2021 weltweit 210 Millionen TVs ausgeliefert, was ein Rückgang um 3,2 Prozent gegenüber 2020 war. Für 2022 sehen die Marktforscher wieder einen Anstieg, dann sollen weltweit erneut 217 Millionen TV-Geräte den Besitzer wechseln.

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TVs mit Diagonalen zwischen 40 und 59 Zoll (1 bis 1,50 m) machten dabei mit 55 Prozent den Löwenanteil aller verkauften TV-Geräte aus, 25 Prozent hatten kleinere Diagonalen und die insbesondere von Markenherstellern angebotenen größeren Fernseher ab 60 Zoll respektive 1,50 m Diagonale bestritten immerhin 20 Prozent aller verkauften TVs.

Bezogen auf den deutschen Markt hat sich der Trend zu größeren und besser ausgestatteten Geräten laut gfu weiter verstärkt. Demnach mache Fernseher mit Diagonalen von 55 Zoll (1,40 Meter) oder größer hierzulande mehr als 65 Prozent des Umsatzes aus, laut GfK waren dies 2,5 Millionen und damit 44 Prozent aller verkauften Geräte; 20 Prozent hatten sogar mindestens 65 Zoll Diagonale.

Zwar erzielten die TV-Hersteller 2021 weniger Umsatz als im Jahr zuvor, doch immer nich deutlich mehr als in Vor-Pandemie-Zeiten

(Bild: gfu)

An dem um 16 Prozent gestiegene Durchschnittspreis hatten aber nicht nur die größeren Diagonalen, sondern auch die OLED-Fernseher einen großen Anteil: Sie kosteten im Mittel 1600 Euro und die Konsumenten gaben 2021 erstmals insgesamt eine Milliarde Euro für OLED-TVs aus. Zum Vergleich: der Durchschnittspreis aller verkauften TVs (OLEDs und LCDs) lag bei 694 Euro, der Gesamtumsatz betrug 4,1 Milliarden Euro.

Der höhere Durchschnittspreis habe dazu beigetragen, dass der Umsatz 2021 trotz 20 Prozent weniger verkauften Geräten nur um sieben Prozent zurückging, schreibt die gfu. Das ist das allerdinge Jammern auf hohem Niveau, denn im Vergleich zu 2019, also vor Ausbruch der Pandemie, konnten die Hersteller auch 2021 ein Umsatzplus von zehn Prozent erzielen.

Im abgelaufenen Jahr 2021 hatten nahezu alle verkauften Fernseher einen Intrenetanschluss und boten Zugriff auf Streaming-Apps und Mediatheken.

(Bild: GfK)

Wie die Deutsche TV-Plattform berichtet, ist der Anteil an Smart-TVs und 4K-Geräten 2021 weiter gestiegen. Von den im vergangene Jahr verkauften 5,9 Millionen TVs seien 5,5 Millionen smarte TVs gewesen, die Zugriff aus Apps und Mediatheken über das Internet geben. Demnach sind inzwischen knapp 94 Prozent aller TVs und damit 5 Prozent mehr als im Vorjahr internetfähig.

Drei Viertel aller 2021 verkauften Fernseher hatten 4K-Auflösung.

(Bild: GfK)

Auch der Anteil an ultrahochauflösenden 4K-Fernseher stieg weiter von 70 auf 75 Prozent. Von den 4,5 Millionen 4K-TVs unterstützen fast alle HDR, wobei knapp 80 Prozent der Geräte auch die dynamischen HDR-Verfahren Dolby Vision oder HDR10+ beherrschen. Insgesamt wurden in Deutschland seit Einführung von Ultra-HD 23,8 Millionen 4K-Fernseher gekauft. (uk)