Festplatten: Verkäufe brechen ein

Seagate, Toshiba und Western Digital haben Ende 2022 nur noch gut halb so viele Festplatten verkauft wie Ende 2021. Besonders betroffen waren Rechenzentren.

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(Bild: hispan/Shutterstock.com)

Auf einen schwachen PC-Markt folgten Ende 2022 verhaltene Betreiber von Cloud-Rechenzentren, was für besonders schlechte Verkaufszahlen für die letzten drei verbliebenden Festplattenhersteller Seagate, Toshiba und Western Digital sorgte: Im vierten Quartal 2022 wurden über 40 Prozent weniger HDDs verkauft als im Vorjahresquartal.

Zu dem Ergebnis kommt das Marktforschungsteam von Trendfocus, dessen Zahlen wie üblich der Storage Newsletter teilt. Die Hersteller haben Ende 2022 demnach 35,2 bis 36,4 Millionen HDDs verkauft – ein Jahr vorher waren es noch fast 61,2 Millionen und im dritten Quartal 2022 etwa 38,4 Millionen.

Das Minus ist größtenteils auf 3,5-Zoll-Modelle zurückzuführen und da primär für den Einsatz in Rechenzentren. Nur binnen dreier Monate fielen die Verkäufe um ein Viertel auf 11,5 bis 12,5 Millionen Stück. Das wiederum trifft Western Digital am stärksten, dessen Festplattenlieferungen je nach Schätzung um 12,7 bis 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal einbrachen. Seagate und Toshiba kamen Ende 2022 nach stärkeren Einbrüchen in den vorherigen Quartalen relativ betrachtet besser weg als WD – im Jahresvergleich nehmen sich alle drei Hersteller nicht viel.

HDD-Verkaufszahlen (Quelle: Trendfocus, via Storage Newsletter)
Hersteller HDDs [Millionen Stück] Änderung Q/Q Änderung J/J Marktanteil
Seagate 15,10–15,60 -3,9% bis -0,7% -43,7% bis -41,7% 42,9–42,9%
Toshiba 7,80–8,0 -2,6% bis -0,1% -39,3% bis -37,7% 22,2–22,0%
Western Digital 12,30–12,80 -16,2% bis -12,7% -43,0% bis -40,7% 34,9–35,2%
Gesamt 35,20–36,40 -8,3% bis -5,2% -42,5 bis -40,5% 100%

3,5-Zoll-HDDs für Desktop-PCs und Workstations gaben im mittleren einstelligen Prozentbereich auf etwa 12,5 Millionen Stück nach. 2,5-Zoll-Modelle verzeichneten als einzige Kategorie ein 15-prozentiges Wachstum auf rund 11,3 Millionen Exemplare.

Solche Festplatten stecken primär in Billiggeräten und als zusätzlicher Datenspeicher zu SSDs in dickeren Gaming- beziehungsweise Workstation-Notebooks. Laut dem Marktbeobachter Canalys wurden im vierten Quartal 2022 etwa 51,4 Millionen Notebooks verkauft – in mehr als jedem fünften steckte demnach eine HDD.

Im deutschen Handel sind die Preise vieler Festplatten seit einigen Wochen leicht rückläufig. 18 TByte zum Beispiel bekommt man derzeit ab 280 Euro und sie fielen zwischenzeitlich auf 260 Euro – im Herbst zahlte man dafür noch fast 300 Euro.

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