Finanzminister: Lindner ruft junge Klimaschützer zu Ausbildung im Handwerk auf

Steigende Energiepreise treiben nicht nur das Handwerk um. Lindner dringt weiter auf längeren Betrieb der AKW. Er hat einen Rat für junge Klimaschützer.

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(Bild: motorradcbr/Shutterstock.com)

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  • dpa
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Bundesfinanzminister Christian Lindner hat junge Klimaaktivisten zu einer Ausbildung im Handwerk aufgerufen. "Man kann nicht nur für Klimaschutz demonstrieren, man muss auch Klimaschutz montieren und installieren", sagte er am Samstag, dem Tag des Handwerks, bei der Meisterfeier der Handwerkskammer Dresden. Seiner Ansicht nach wird in Deutschland zwar viel über Klimaschutz und Energiewende gesprochen. "Wenn es aber um das Machen geht, fehlen uns diejenigen, die Macherinnen und Macher werden wollen." Es brauche daher mehr junge Menschen, die einen Beruf im Handwerk ergreifen.

Klimaschutz sei eine Überlebensfrage der Menschheit, betonte der FDP-Politiker. Hier böten sich großartige Karrieren und Möglichkeiten für Deutschland. So gebe es große Wachstumschancen etwa hinsichtlich Solar, Wärmepumpen und hocheffizienten Gebäuden. Mit Verzicht und Verboten werde dagegen das Problem der Erderwärmung nicht zu beheben sein, sagte Lindner.

"Das Handwerk verkörpert die besten Tugenden unserer sozialen Marktwirtschaft", lobte er und sprach konkret Leistung, Loyalität zum Standort und Verantwortung für die nächste Generation an. Er selbst stamme aus einer Handwerkerfamilie: "Ich bin groß geworden in einer Backstube."

Mit Blick auf die Energiekrise sprach sich Lindner abermals dafür aus, alle vorhandenen Kapazitäten am Netz zu halten. Es sei der falsche Zeitpunkt, aus der Kohle auszusteigen und nicht zu erklären, dass "sichere, klimaneutrale Kernkraftwerke" Anfang nächsten Jahres vom Netz gehen sollen. "Wir brauchen sie länger, mindestens bis in das Jahr 2024." Es müsse alles getan werden, was die Energiepreise drücke. Das sei wichtiger als neue Hilfen oder Subventionen. "Der soziale Friede und unsere wirtschaftliche Entwicklung sind bedroht durch die steigenden Energiekosten", warnte Lindner.

Einen Kurswechsel mahnte der Präsident der Handwerkskammer Dresden, Jörg Dittrich, angesichts "explodierender Preise" an. Ziel müsse sein, mehr Energie in Deutschland zu produzieren. Das Handwerk sei allerdings nicht ängstlich: "Wir können umgehen mit Krisen", betonte Dittrich. "Die Auswirkungen des Krieges zeigen uns jedoch auf, dass Freiheit und Wohlstand in Deutschland nicht in Stein gemeißelt sind."

Bei der Feier haben nach Angaben der Kammer 286 Männer und Frauen ihre Meisterbriefe erhalten. Der jüngste neue Meister ist ein 20 Jahre alter Maurer und Betonbauer, der älteste ein 57 Jahre alter Gebäudereiniger.

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Der Tag des Handwerks findet seit 2011 den Angaben zufolge immer am dritten Samstag im September statt. Der bundesweite Aktionstag soll auf die Leistung und Vielfalt des Handwerks aufmerksam machen.

(bme)